Leben in Japan – Ein Blick in die Nachbarschaft

2009/2010 lebte ich in der Stadt Okazaki, etwa 30 Zugminuten von Nagoya entfernt. Mit etwa 380.000 Einwohnern groß genug, dass es alle Annehmlichkeiten vor Ort gab, dennoch wunderbar ruhig zu wohnen. Da ich meine Wohnung über die Sprachschule vermittelt bekommen hatte, war ich ganz in der Nähe dieser und dadurch auch nicht all zu weit von Bahnhof und Hauptstraße entfernt. Von letzterer genaugenommen nur eine Querstraße, dennoch empfand ich den Verkehr nie als störend oder gar laut. Vielmehr kam ich mir vor wie in einem ruhigen Wohngebiet irgendwo am Rande der Stadt.

Den Ausblick aus meinem Fenster habe ich euch in einem früheren Beitrag schon einmal gezeigt. Das Foto heute zeigt eine weitere Nebenstraße gleich ums Eck meines Wohnhauses. Wie gerne bin ich mit dem Rad durch über den Asphalt gebraust oder mit meiner besten Freundin spazieren gegangen. Wie überall in Japan fühlte ich mich vollkommen sicher und genoss es, mir die „Japanese-ness“ der Häuser einzuverleiben.

In direkter Umgebung gab es einen Friedhof, ohne Einzäunung oder blickdichte Mauern und Hecken. Ein großer Unterschied zu Deutschland, wie ich finde, wo Friedhöfe auf dem Land sowieso außerhalb des Dorfes liegen oder in der Stadt, wo er durch große Bäume und dicke Mauern „abgeschirmt“ wird vom Blick der umliegenden Anwohner. Der Tod ist bei uns nicht so ein Bestandteil wie im Alltag der Japaner, die ja auch oft in der Wohnung einen kleinen Altar haben, um ihrer Verstorbenen zu gedenken.

Mitten in der Nachbarschaft gab es auch einen Frisör. Eine unauffällige Tür wie zu jedem anderen Wohnhaus, erkennbar nur durch die sich drehende rot-blau-weiße Röhre (barber pole). In anderen Ländern ist dies ein Standard-Erkennungszeichen für Frisörläden, in Deutschland gibt es das zumindest in meiner Gegend gar nicht. Seit ich weiß, dass der barber pole existiert, fällt er mir auch in Animes auf (bei Detektiv Conan zum Beispiel) und auf dem Handy bei den Emojis *lach*

Wenn ich sonst an die Gegend denke, in der ich zu Hause war, fällt mir noch ein, dass es außergewöhnlich wenig Haustiere gab. Auf anderen Japanreisen zeigte sich, dass es durchaus Katzen und Hunde in Japan gibt. Nach dem ersten Aufenthalt war ich fest davon überzeugt gewesen, dass es überall so wäre wie in Okazaki: nur sehr vereinzelt ein paar Shiba Inu und meilenweit keine freilaufenden Katzen ._.

Hach ja, käme der Zeitpunkt, an dem ich wieder länger nach Japan ginge, Okazaki wäre wieder meine erste Wahl. Aber ich bin was das angeht natürlich auch etwas befangen ;)

Kategorien Alltägliches

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Manchmal nostalgisch, immer mit einem wachen Auge und vor allem viel Begeisterung. Als nächstes führen mich die Flitterwochen für eine Woche nach Okayama und von dort aus weiter nach Südkorea.

1 Kommentar zu “Leben in Japan – Ein Blick in die Nachbarschaft

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