Räucherstäbchen am buddhistischen Ōsu Kannon Tempel in Nagoya, Japan.

Räucherstäbchen am Ōsu Kannon Tempel

Seit vier Wochen lebe ich nun in der großen Kleinstadt Okazaki und es zieht mich langsam hinaus. Nagoya, Japans viertgrößte Stadt, liegt nur 30 Zugminuten entfernt und ein Ticket dorthin kostet nur ein paar Euro. 

Ich bin nicht vorbereitet, was es in der Megacity gibt, was man sich am besten ansieht, isst oder wohin man zum Shoppen fährt. Aber mittlerweile liegen ja vier Wochen Sprachunterricht hinter mir und mein Selbstbewusstsein ist gewachsen.

Ich frage mich durch

Kaum angekommen und gerade mal den Anblick riesiger Wolkenkratzer rund um den Bahnhof verkraftet, spreche ich eine panisch dreinblickende Passantin an, die ungefähr mein Alter hat. „Wo kann man in Nagoya am besten shoppen gehen?“ Die Panik legt sich bei ihr sichtlich. Sie kommt ins Grübeln und empfiehlt dann Ōsu Kannon.

Ich bedanke mich und murmle den Namen vor mich hin. Ōsu Kannon. Ōsu Kannon. Jetzt nur noch hinfinden. Das ist allerdings nicht schwer, denn Ōsu Kannon ist auch der Name einer U-Bahn-Station und so flitze ich los. Dort ausgestiegen folge ich Schildern und den Strömen an jungen Menschen, die sich alle in eine Richtung bewegen.

Der Ōsu Kannon Tempel und seine Räucherstäbchen

Schon geistig die Hände reibend, was das bevorstehende Einkaufserlebnis angeht, staune ich nicht schlecht, als ich nicht plötzlich vor einem modernen Einkaufszentrum stehe sondern…vor einem großen, wunderschönen Tempel. Der Ōsu Kannon Tempel, ein beeindruckendes rot-weißes Holzgebäude, mit großer Glocke davor und jeder Menge betender Japaner. Es erklingen Mönchsgesänge, da wird in die Hände geklatscht und dort…die Ursache für einen starken Kräutergeruch in der Luft: eine Schale mit Sand wird Heimat für entzündete Räucherstäbchen.

Sie liegen bündelweise in Kisten daneben. Durch Münzeinwurf in eine Art Opferstock erwirbt man das Recht selbst einen Packen zu nehmen und ebenfalls als Rauchopfer dar zu bringen. Dies scheint Gang und Gebe zu sein, denn kaum ein Betender geht, ohne selbst frische Stäbchen hinzu zu fügen. Sind sie einmal entzündet befächert man sich und seine Liebsten mit dem Rauch, bevor man wieder seinen Alltagsgeschäften nachgeht.

Die sakralen Gesänge im Ohr und den Duft der herabbrennenden Räucherstäbchen in der Nase, sollte es dann tatsächlich noch zu einem verrückt fantastischen Einkaufserlebnis gehen. Doch mit dieser Erinnerung lasse ich euch heute zurück und freue mich über Kommentare, wenn ihr besondere Erinnerungen mit Räucherstäbchen verbindet.

Kategorien Alltägliches

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Manchmal nostalgisch, immer mit einem wachen Auge und vor allem viel Begeisterung. Als nächstes geht es über Neujahr nach Tokio, Kyoto und auf die Izu Halbinsel.

2 Kommentare zu “Räucherstäbchen am Ōsu Kannon Tempel

  1. Als Teenie war ich ganz heiß auf Räucherstäbchen, hatte mir verschiedene schenken lassen und im Kinderzimmer geräuchert. Meine Eltern fanden es ganz furchtbar, inzwischen kann ich es in geschlossenen Räumen aber auch nicht mehr ertragen.

  2. In meinem Dachbkämmerchen habe ich oft Räucherkerzen angezündet. Wenn ich heute daran denke muss ich ehrlich gesagt husten, aber damals fand ich es toll. Auf 5qm sich so einzunebeln war vielleicht nicht immer die beste Idee *lach*

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