Eine Shinkansen Reinigung in 7 Minuten

Das japanische Pendant zum ICE ist der Shinkansen, ein ellenlanger Hochgewschwindigkeitszug. So eine komplette Shinkansen Reinigung dauert aber nur 7 Minuten. Heute will ich mir das, was auf YouTube als das „7 Minuten Wunder“ tituliert wird, einmal genauer anschauen ^^

Es ist mir nämlich auch schon passiert, dass ich an einer Endhaltestelle stand und vor dem Einsteigen erst mal warten musste. Und das, meine Lieben, ist ungewöhnlich, denn Zug fahren in Japan geht normalerweise zacki zacki. Türen auf, Fahrgäste raus, neue Leute rein, weiter geht’s. Aber nach einer 1.000 km Fahrt, hat so ein Zug eben mal einen Check nötig, und JR (Japan Railways) achtet penibel darauf, dass die Mitfahrt so angenehm wie möglich gestaltet wird.

Die 7 Minuten Shinkansen Reinigung

Wenn also ein Shinkansen seine Endhaltestelle erreicht und alle Fahrgäste ausgestiegen sind, wartet schon ein mehrköpfiges Putzteam auf seinen Einsatz. Die Reinigungskolonne stürmt den Zug und in die Türen kommen Absperrketten mit einem Schild wie dem, das man auf dem Bild sehen kann. Dann wird losgelegt. Jeder einzelne Sitz wird auf hinterlassenen Müll und Schmutz gecheckt, die Tabletts abgewischt und wenn nötig der Boden gekehrt und gewischt. Dann noch die Sonnenblenden hoch und die Gepäckablage auf vergessen Gegenstände überprüft.

Der Clou: Drehbare Sitze

Zuletzt noch der große Clou in allen japanischen Zügen: Sämtliche Sitze werden in Fahrtrichtung ausgerichtet. Ist das nicht cool? Im Shinkansen geht das über einen geheimen Knopf ganz automatisch. In regionalen Zügen ist das nicht so, dort kann aber jede Zweier-Sitzbank manuell gedreht werden. Sprich: Man kann immer in Fahrtrichtung sitzen. Andererseits ist es als Reisegruppe aber auch ganz einfach einen Vierer zu kreieren, bei dem man sich gegenüber sitzen und besser quatschen kann ^^

Da ich jemand bin, der leider viel zu leicht reisekrank wird, finde ich das Feature super. Liebe Deutsche Bahn, kann man das in Deutschland auch einführen?

Ritualisierung

Damit ihr euch ein Bild von so einer Shinkansen Reinigung machen könnt, hier noch das YouTube Video dazu, das immer wieder mal durch die Sozialen Medien flattert:

Wenn ihr mal darauf achtet, könnt ihr in dem Film sehen, wie die Reinigungskräfte immer wieder gewisse Handbewegungen machen, mit denen sie auf die Sitzreihen oder Gepäckablage deuten. Solche Ritualisierung sieht man in Japan oft, vor allem im Bereich des Zugfahrens. Wenn ihr die Möglichkeit habt in Tokio die Yamanote-Linie zu fahren, versucht in den vordersten Wagon einzusteigen und seht dem Fahrer bei der Arbeit zu. Auch er markiert gleiche Abläufe mit passenden Gesten. Für mich immer sehr befremdlich, aber ich nehme an es hilft dabei Routinen einzuhalten und zu festigen.

Ganz zum Schluss verbeugt sich die Putzkolonne natürlich noch vor dem Zug. Das gehört in Japan einfach dazu, wäre aber in Deutschland undenkbar. Wenn ich daran denke, dass in München in der S-Bahn die Mülleimer immer während der Fahrt geleert werden…da sind die Standards sehr unterschiedlich.

PS: Der Beitrag kommt passend mit unseren Japan Rails Pass Vouchern, die ich letzte Woche vom Reisebüro geholt habe. Damit ist die Reise durchgeplant, Flug und Hotels sind gebucht und der Transport ist gesichert. Japan, wir kommen \(^^)v

Kategorien Alltägliches Reisen

über

Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Manchmal nostalgisch, immer mit einem wachen Auge und vor allem viel Begeisterung. Als nächstes geht es über Neujahr nach Tokio, Kyoto und auf die Izu Halbinsel.

1 Kommentar zu “Eine Shinkansen Reinigung in 7 Minuten

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