Japanisches Frühstück – Ein Überblick

Dass das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, hört man ständig. Mir ist es jedenfalls die Liebste :D Und meine Erfahrungen in Japan haben für mich unser deutsches Konzept, wie diese Mahlzeit zu sein hat (Müsli oder Wurstbrot), völlig aufgebrochen. Wie sieht ein traditionelles, japanisches Frühstück also aus? Wie schön, dass du fragst ;) Denn über kaum etwas rede ich lieber als das.

Japanisches Frühstück – traditionell herzhaft

Zu einem klassischen Frühstück in Japan gehören ein paar Dinge zwingend dazu:

  • Reis
  • Miso-Suppe
  • Eingelegtes Gemüse, vor allem Gurken und Rettich (sogenannte tsukemono)
  • Gegrillter Fisch

Gemeinsam ergibt das eine Mahlzeit, die man bei uns so eher auf dem Mittags- oder Abendtisch finden würde. Zugegeben, die ersten ein, zwei Mal ist das wirklich gewöhnungsbdürftig. Danach war ich persönlich aber total begeistert. Schon am Morgen etwas warmes im Bauch stärkt fantastisch für einen langen Tag auf den Beinen, um das Lieblingsland zu erkunden.

Bei unserer bevorzugten Hotelkette Toyoko Inn ist im Zimmerpreis grundsätzlich Frühstück mit inbegriffen. Und dort gibt es natürlich nicht jeden Morgen exakt das oben aufgezählte, sondern es wird so gut wie möglich variiert. So kommt der Reis mal einfach so daher, ein ander Mal werden Gemüsesorten oder rote Adzukibohnen mitgekocht. Natürlich gibt es auch diverse Reisbällchensorten, mal mit Rettichblattspitzen vermengt, mal in Streuwürze (sogenanntes furikake) gedippt.

Dort obligatorisch sind noch gehobelter Weißkohl mit Sesamdressing und eine Sorte Kartoffel- oder Nudelsalat. Und zwar der mayohaltigste seiner Art *lach* Den mag ich ganz besonders, man muss aber wie ein Schießhund aufpassen, nicht zu viel zu erwischen, sonst wird einem ganz schnell übel.

In den günstigen Businesshotels ist der klassische, gegrillte Fisch eher eine Seltenheit und stattdessen tummeln sich gern Fleischklößchen (肉団子 nikudango) oder Würstchen, wie beim britischen Frühstück, auf dem Buffet. Zuletzt findet man noch sehr oft gerolltes Omlette, das leicht süßlich schmeckt. Yummy.

Und dann ist da noch nattō

Hast du schon vom berühmt berüchtigten nattō gehört? Das sind Sojabohnen, die ursprünglich durch das Einwickeln in Reisstroh über mehrere Tage hinweg fermentiert wurden. Heutzutage geht dies durch Chemie und Technik schneller, doch das Ergebnis ist das gleiche: die Bohnen bekommen einen üblen Geruch und es bildet sich eine Schleimhaut, die wie verrückt Fäden zieht. Klingt gruselig? Ist es für uns Westler auch. Weswegen Japaner es einem auch nur zu gern auftischen, um die lustigen Reaktionen zu sehen.

In Hotels haben wir nattō schon bekommen, allerdings noch nie im Toyoko Inn. Ich war tapfer und habe es probiert. Christian ist da noch viel härter und isst es sogar richtig gerne. Wenn man aus meiner Sicht „Glück hat“, bekommt man es mit ein wenig Sauce, mit der man es vermengen kann. Ist diese zum Beispiel mit Senf, schmeckt es ziemlich spannend. Der eigentliche Geschmack ist ziemlich hefig und das mag ich von Haus aus nicht besonders. Durch die Schleimigkeit, muss man einfach durch :) Japaner essen es übrigens besonders gerne als Nudeln á la nattō Carbonara. (im folgenden Foto ist der Becher mit nattō übrigens unten links im Bild)

Fantastisch Essen im ryokan

Das üppigste und kunstvollste Frühstück bekommt man, wenn man in einem traditionellen japanischen Gasthaus, einem ryokan übernachtet. Dort werden für einen unzählige Speisen bereitet und man kann sich durch viele kleine Miniportionen essen, die in hübschen Schälchen angerichtet werden. Zusätzlich zu vielem, was ich schon beschrieben habe, gibt es dann noch Tofu in unterschiedlichen Härtegraden, Spinat, Meeresfrüchte und je nach Region onsen-Ei – ein herrlich weichgekochtes Ei, das vermischt mit Reis traumhaft gut schmeckt.
Bei einem teuren ryokan wird einem das Essen aufs eigene Zimmer gebracht.

Wie du siehst ist Japanisches Frühstück etwas richtig spannendes, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen. Und auf kaum etwas freue ich mich mehr bei meinen Japanreisen als auf das erste Frühstück im Lieblingsland. Itadakimasu!

Kategorien Essen

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Manchmal nostalgisch, immer mit einem wachen Auge und vor allem viel Begeisterung. Als nächstes geht es über Neujahr nach Tokio, Kyoto und auf die Izu Halbinsel.

3 Kommentare zu “Japanisches Frühstück – Ein Überblick

  1. Pingback: Der Marco Polo Japan Reiseführer | japanliebe.de

  2. Pingback: Was, wenn mir japanisches Essen nicht schmeckt? | japanliebe.de

  3. Also vorweg: Deine Bilder machen direkt hungrig, haha :)
    Ich liebe japanisches Frühstück mittlerweile total, auch wenn es am Anfang recht gewöhnungsbedürftig war. Wir Deutschen essen da ja doch ein bisschen anders … Gerade die vielen herzhaften Dishes, die da so auf den Tisch kommen ;)
    Oh ja und Natto … Hier ist ein seltenes Exemplar eines Fans! *Hand hoch* ^^

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