Der Marco Polo Japan Reiseführer

Auf dem deutschen Markt gibt es eine Vielzahl an Reiseführern für Japan. Ich möchte heute den Marco Polo Japan * genauer unter die Lupe nehmen, Stärken und Schwächen aufzeigen und eine Empfehlung geben, für wen dieses Buch passt.

Für eine allgemeine Übersicht, wie man einen passenden Japan Reiseführer auswählt und welche es auf dem deutschen Markt gibt, habe ich einen extra Beitrag geschrieben.

Hinweis: Der Reiseführer wurde mir freundlicherweise vom Mairdumont Verlag auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Ich bekomme kein Geld für diese Rezension, schreibe sie aus freien Stücken und sie spiegelt voll und ganz meine persönliche Meinung wieder.

Umfang, Gewicht und Einband

Der Marco Polo Japan Reiseführer ist der schlankste und leichteste aller deutschen Japanreiseführer. Er ist zwar nicht gebunden (wie es eigentlich nur der Vis-à-Vis ist), hat aber im Gegensatz zu allen anderen, die als Taschenbuch daher kommen, einen verstärkten Einband. Somit ist er gut geeignet, um auch lange Tage im Rucksack gut zu überstehen.

Da er aber nicht so dick ist wie die anderen verfügbaren Bücher, wird der Fokus auch wirklich nur auf die Highlights gelegt. Diese sind allerdings überraschend gut ausgewählt.

Ein Beispiel: Einer der Top Tipps ist der Ise Jingu, Japans oberstes Heiligtum des Shinto. Klassisch nichts, was man bei einer Best of-Reise zwingend macht, ich persönlich aber nur jedem ans Herz legen kann.

Allgemeiner Teil

Der Reiseführer hat eine Einführung, die informativ und flott geschrieben ist und auf wenigen Seiten einen guten Überblick über Land und Leute gibt. Nur über ein paar Formulierungen der Autoren, die es vermeiden wollten zu oft „die Japaner“ zu sagen, bin ich immer wieder gestolpert („Nippons Söhne und Töchter“).

Am Ende des Buchs gibt es noch Hinweise zu Sport & Wellness, Reisen mit Kindern (was leider nur eine Aufzählung von Vergnügunsparks ist), Feiertage, Links zu nützlichen Webseiten und praktische Hinweise zur Reise. Im letztgenannten Teil wird sogar die transsibirische Eisenbahn als Möglichkeit zur Anreise genannt. Charmant aber für die wenigsten realistisch.

Der Abschnitt über Hotels, der besagt, dass Zimmer unter 75,- € pro Nacht nicht zu empfehlen sind da unhygienisch und / oder verraucht und dass es in Businesshotels quasi keine Frauen gäbe, widerspricht völlig meinen Erfahrungen. Auch heißt es, zum Frühstük gäbe es meist nur ein wenig Reis, kalten Fisch und „nur“ grünen Tee statt Kaffee…darüber lässt sich gerne mit mir streiten (siehe mein schwärmerischer Artikel über japanisches Frühstück). All dies klingt mir zu sehr nach den persönlichen Vorlieben der Autoren.

Dafür gibt’s dann aber die Empfehlung ruhig mal in einem Love Hotel abzusteigen ;)

Darstellung und Ausführlichkeit

Der Hauptteil des Marco Polo Japan ist in Regionen untergliedert: Nordjapan, Ost- und Zentraljapan, Westjapan und Südjapan. Innerhalb der Regionen werden fünf bis sieben Städte alphabetisch geordnet vorgestellt. Hinweise auf zusätzliche Reiseziele außerhalb dieser Städte gibt es gelegentlich als mögliche Tagesausflüge in der Kategorie „Ziele in der Umgebung“.

Wie oben bereits erwähnt erhebt der Marco Polo keinerlei Ansprüche auf Gesamtheit, sondern sieht sich als Tippgeber für Highlights. Und diese sind wirklich ganz gut gewählt.

Zu jeder behandelten Stadt gibt es eine kurze Einleitung und dann die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit Öffnungszeiten und Eintrittspreisen. Infos zur Anfahrt gibt es selten. Danach kommt eine Auswahl an Restaurants, Ausgeh- und Einkaufsmöglichkeiten sowie eine Handvoll Hotels (Love Hotels vermisst man hier aber ;D). Auch die Telefonnummer und Website der örtlichen Touristeninfo darf natürlich nicht fehlen.

Kartenmaterial

Der Marco Polo Japan hat eine herausnehmbare Karte für ganz Japan. Im Innenteil sucht man Karten vergebens, diese kommen dann im Anhang: Übersichtskarten für die besprochenen Regionen und Detailkarten für ein paar Städte.

Und hier kommt mein größter Kritikpunkt am Marco Polo. Die Karten sind mehr oder weniger unbrauchbar. Die Detailkarten sind nicht detailliert genug bzw. die Städte werden ganz verzerrt dargestellt (Osaka!) und die Übersichtskarten sind so überladen mit Ortsnamen, als hätte man eine Straßenkarte vor sich. Dies widerspricht so sehr dem Konzept des restlichen Buchs, dass ich sie als völlig überfrachtet empfinde. Hier also ein deutlicher Minuspunkt.

U-Bahnpläne für die großen Städte gibt nicht.

Touren

Im Buch gibt es mehrere Tourenvorschläge, von einer Best of Reise über eine Fuji-Besteigung bis hin zum Wandern rund um Kumano. Die spezielleren, die nur wenige Tage und eine engerer Region umfassen, sind recht gut gelungen. Bei der Best of-Tour ist Tokio selbst zwar der Startpunkt, man schaut sich dort aber nichts an und auch anderen Städten unterwegs wird oft nur ein halber Tag gewährt. Entschließt man diese Aufenthalte auszudehnen, ist die Tour ein guter Anhaltspunkt, um sich Japans Highlights am Stück anzusehen.

Für wen ist der Marco Polo Japan Reiseführer?

Das Buch ist nicht für Individualreisende geeignet. Das möchte es aber auch gar nicht sein. Ideal ist der Guide für Teilnehmer einer geführten Reise, die sich gern kurz darüber einlesen wollen, was am nächsten Tag auf dem Programm steht, aber die Reise nicht selbst organisieren müssen. Von allen deutschen Reiseführern ist der Marco Polo der leichteste, hat aber dennoch das feste Cover und ist daher immer gut im Rucksack dabei. Karten holt man sich aber lieber vor Ort von der Touristeninformation.

Weitere Infos

Titel: Marco Polo Japan
ISBN: 978-3829727860
Preis: 12,99 €

Einblicke ins Buch gibt es auf der Verlagswebseite

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Kategorien Reisen

über

Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Manchmal nostalgisch, immer mit einem wachen Auge und vor allem viel Begeisterung. Als nächstes geht es über Neujahr nach Tokio, Kyoto und auf die Izu Halbinsel.

1 Kommentar zu “Der Marco Polo Japan Reiseführer

  1. Pingback: So findet man den besten Japan Reiseführer für sich | japanliebe.de

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