Der Yasaka Schrein in Oita 

Ich liebe sie. Die großen Schreine, zu denen massenhaft Japaner pilgern, mit großen Sonnenbrillen und schrulligen Fischerhüten. Es wird gelacht, gebetet, da werden omikuji an Bäume geknotet und zu traditioneller Musik Hochzeiten abgehalten. Und dann gibt es da noch die andere Sorte Schrein. Versteckt oder abgelegen. Mit Moos überwuchert und ein wenig ungepflegt. Dort gibt es keinen omamori Verkauf und es grenzt schon an ein Wunder, wenn man zufällig jemandem über den Weg läuft. Neulich habe ich vom Mishima Schrein in Okazaki erzählt, heute nehme ich dich mit an den Yasaka Schrein in Oita.

Schreinsehnsucht

Es ist mal wieder soweit: ich habe Schreinsehnsucht. Seit einigen Tagen haben wir unser Basecamp in Beppu aufgeschlagen und mich juckt es in den Fingern, auf Entdeckungstour zu gehen. Der Schreinentdecker in mir will raus.

Christian braucht nicht lange, bis er in Oita einen Schrein entdeckt, der vom Bahnhof aus zu Fuß zu erreichen ist. also flitzen wir los. Mit dem Expresszug sind es von Beppu aus in die Präfekturhauptsatdt Oita nur 8 Minuten. Dann bahnen wir uns auch schon einen Weg durch eine Art großes Straßenfest mit allerlei Leckereien und steuern auf den grün bewachsenen Hügel zu, den man vom Bahnhof aus schon sehen kann. Ein kleines Stück Wald mitten in der Stadt.

Es geht durch ein Wohngebiet, die Sonne steht schon recht tief am Himmel und die Luft um uns herum surrt und zwitschert nur so vor Leben. Wir halten noch einen kleinen Plausch mit einer besonders großen Gottesanbeterin, die Christians Angebot auf seinen Arm zu klettern nicht ausschlägt, und dann biegen wir ab ins Gehölz.

Der Yasaka Schrein mitten in Oita

Eine Treppe bringt uns zum Yasaka Schrein. Wie spannend es zu sehen ist, was sich da vor einem entfaltet, wo vorher nur ein Punkt auf einer Landkarte war, bei dem unscheinbar „Schrein“ stand. Wir können sofort sehen, dass der Schrein nicht viel besucht wird. Wir haben ihn für uns allein und auch sonst scheint hier wenig los zu sein. Keine Priester oder Schreinhelfer wuseln herum, es gibt keinen Talisman- oder Orakelverkauf.

Nur das Abendlicht wirft Schattenspiele auf den leicht federnden Waldboden. Das Schreingebäude selbst ist eher unspektakulär. Schlicht gehalten, in braunem Holz, mit wenig Schnickschnack. Gegenüber aber liegt ein prächtiges Tor. Das Rot ist nicht mehr ganz so kräftig wie es schon einmal war und kleine Ecken bräuchten Ausbesserungsarbeiten. Aber all das lässt mich nicht weniger staunen über die prachtvolle Handarbeit der bunt bemalten Schnitzereien.

Autsch, eine Mücke beißt mich. Und da, doch ein anderer einsamerer Wanderer, der sich hierher verirrt hat, aber auch bald wieder das Feld räumt. Autsch, noch eine Mücke. Wir nehmen den Weg durch das prachtvolle Tor und bestaunen das immer tiefer durch die Bäume fallende Sonnenlicht. In einem kleinen „Stall“ stehen zwei Pferdefiguren und blicken uns stumm an (mehr über die Bedeutung von Pferden im Shinto kann man zum Beispiel hier nachlesen). Au, AU! Okay, wenn ich nicht von den ortsansässigen Mücken zum Abendessen verspeißt werden möchte, ist es Zeit zu gehen.

Ich schieße noch ein paar letzte Fotos und genieße den magischen Anblick, dann nehme ich Abschied vom Yasaka Schrein, der so herrlich mitten in Oita zum erkunden einlädt. Und das Schreinentdeckerherz klopft, erfreut über dieses kleine Abenteuer.

Weitere Infos

Eintritt: kostenlos
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Kategorien Reisen

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Manchmal nostalgisch, immer mit einem wachen Auge und vor allem viel Begeisterung. Als nächstes geht es über Neujahr nach Tokio, Kyoto und auf die Izu Halbinsel.

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