Der Baedeker Japan Reiseführer sollte in keinem Regal eines Japanreisenden fehlen.

Rezension: Baedeker Japan Reiseführer

Auf dem deutschen Markt gibt es eine Vielzahl an Reiseführern für Japan. Ich möchte heute den Baedeker Japan Reiseführer (bei amazon ansehen *) genauer unter die Lupe nehmen, Stärken und Schwächen aufzeigen und eine Empfehlung abgeben, für wen dieses Buch passt.

Für eine allgemeine Übersicht, wie man einen passenden Japan Reiseführer auswählt und welche es überhaupt in deutscher Sprache gibt, habe ich einen extra Beitrag geschrieben.

Hinweis: Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Mairdumont Verlag auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Ich bekomme kein Geld für diese Rezension, schreibe sie aus freien Stücken und sie spiegelt voll und ganz meine persönliche Meinung wieder.

Umfang, Gewicht und Einband

Der Baedeker Japan ist ein richtiger Brocken. Gemeinsam mit dem Lonely Planet Japan und dem Stefan Loose für Japan ist er am schweren Ende der Skala der Japan Reiseführer angesiedelt. Ich hatte ihn in der Badewanne zum Lesen dabei und man hat ganz schön Gewicht in den Händen. Das kommt einerseits von der stabilen Hardcoverbindung. Andererseits ist das Buch richtig ausführlich. Vor allem der einleitende, allgemeine Teil. Dazu aber gleich mehr.

Für das tägliche Mitnehmen im Rucksack während der Reise ist der Baedeker also meiner Meinung nach nicht so gut geeignet (zumindest, wenn man so leicht Rückenschmerzen bekommt wie ich), obwohl er es mit dem robusten Buchrücken locker aushalten kann.

Der Baedeker Japan ist eine richtig dicke Schwarte.
Der Baedeker Japan ist eine richtig dicke Schwarte.

Allgemeiner Teil

Hier hat der Baedeker gleich mal angefangen, mich zu überraschen. Der einleitende Teil ist sehr ausführlich und bot mir Lesestoff für mehrere Badewannen ;) Inhaltlich kam ich mir vor, als würde ich den Stoff meiner Einführugskurse im Japanologie-Studium wiederholen :D Das mag jetzt für den einen oder anderen vielleicht abschreckend klingen, ist dabei aber so geschrieben, dass es sich durchaus gut liest (wenn nicht gerade eine Viertelseite Beschreibungen mit Himmelsrichtungsangaben erfolgt).

Mit anderen Worten: Wer an Land, Geschichte und Kultur interessiert ist, bekommt hier mehr als genug geboten, um sich intensiv auf die Japanreise vorzubereiten. Das braucht allerdings Zeit und kann nicht in ein paar Minuten passieren.

Bei den Hotelempfehlungen ging es mit den Überraschungen weiter. Denn ich hatte den Baedeker vorab als konservativ und nur als was für betuchtere Reisende abgetan. Ich wurde eines besseren belehrt. Obwohl er sich inhaltlich sicher nicht an einen Anime- und Manga-begeisterten Teenie richtet, versucht er dennoch immer die ganze Palette abzubilden, so auch bei Übernachtungsmöglichkeiten. Selbst unsere heißgeliebtenToyoko Inn Businesshotels finden als Tipp Erwähnung. Bei 25 € pro Person im Doppelzimmer nicht die Preiskategorie, die ich im Baedeker Japan erwartet hätte.

Darstellung und Ausführlichkeit

Wie bereits erwähnt ist der Baedeker zum Beispiel im Vergleich mit dem Marco Polo Japan das genaue Gegenteil und allumfassend. Orte in ganz Japan sind abgedeckt, viele davon habe ich noch nie vom Namen her gehört, und das Zähle ich als Pluspunkt ;D

Die Geschmäcker scheiden sich wahrscheinlich am stärksten an der Darstellung im Buch, denn alle behandelten Reiseziele sind alphabetisch sortiert und aufgelistet. Praktisch ist dabei bei jedem Eintrag eine kleine Japankarte, auf der man sehen kann, wo auf den Inseln sich besprochener Ort befindet.

Für mich fühlt sich das Baedeker-Prinzip an, als ob man den Reiseführer am besten bei einem Roadtrip auf der Rückbank liegen hat und nachschlägt, wenn man an etwas interessantem vorbei kommt und mehr darüber erfahren möchte.

Auch zu Hause ist er mir mittlerweile zum bevorzugten Nachschlagewerk geworden, wenn jemand einen Ort in Japan erwähnt, den ich im Kopf nicht sofort lokalisieren kann.

Ein Blick in den Baedeker Japan Reiseführer: Bilder lockern die ausführlichen Infos auf.
Ein Blick in den Baedeker Japan Reiseführer: Bilder lockern die ausführlichen Infos auf.

Kartenmaterial

In einer transparenten Folien-Stecktasche gibt es eine herausnehmbare Karte, die einmal zur Übersicht komplett Japan zeigt und einmal für eine größere Ansicht die Hauptinsel südlich von Fukushima, dazu Shikoku und Kyushu. Also den Teil von Japan, den die meisten Touristen bereisen. Bei jedem Ort, der im Baedeker behandelt wird, sind die Koordinaten für eine bzw. beide Karten angegeben, so dass man nicht lange suchen muss, wenn man im Buch schmökert und sich durch die Karte einen besseren Überblick verschaffen möchte.

Die Qualität der Karten im Baedeker Japan ist durchwachsen. Es gibt sowohl Stadtpläne als auch Detailkarten für einzelne Touristenattraktionen wie zum Beispiel Tempel. Zunächst finde ich es schade, dass das vorhandene Kartenmaterial sich auf die ganz großen Touri-Hotspots beschränkt. Ich hätte mir Pläne an viel mehr Stellen gewünscht. Die Karten, die ganze Städte oder Stadtteile abdecken sind so lala. Sie helfen sicherlich dabei, sich grob zu orientieren, doch Straßennahmen werden kaum angegeben und U-Bahn-Stationen sind zwar eingezeichnet aber nicht immer beschriftet…öhm!?

Richtig gut hingegen finde ich die Detailkarten für Attraktionen. Die Umrisse von Bauten sind gut wiedergegeben und alles ist so beschriftet, dass man sich sehr gut orientieren kann.

Touren

Die große „Best of“-Tour sucht man im Baedeker Japan vergebens. Stattdessen gibt es fünf Vorschläge für Reiseabläufe, die jeweils einen Teil des Landes abdecken:

  • „Japan einmal anders“ schaut sich alles nördlich von Tokio inklusive Hokkaido an
  • „Der Berg ruft“ erkundet die japanischen Alpen
  • „Auf Pilgerschaft“ führt Reisende an viele religiös interessante Orte zwischen Tokio und dem Koya-san nahe Osaka
  • „Rund um die Inlandsee“ deckt Osaka bis Hiroshima und sogar einen Teil der kleinsten Hauptinsel Shikoku ab
  • „Charme des Südens“ fokussiert sich auf die südlichste Hauptinsel Kyushu

Die Tourbeschreibungen leiten einen gut an und geben Infos zur Gesamtdauer und zu den Fahrzeiten zwischen den besuchten Orten. Es wird auf mögliche Erweiterungen (z.B. noch ein Besuch in XY möglich, dann ist aber eine Übernachtung in ZZ nötig) hingewiesen und die einzelnen Touren lassen sich auch kombinieren.

Für wen ist der Baedeker Japan Reiseführer?

Aufgrund des alphabetischen Aufbaus benutze ich persönlich den Baedeker als Nachschlagewerk und zum wahllosen Schmökern. Schon allein wegen seinem Gewicht würde ich ihn nicht auf eine Reise mitnehmen. Allerdings habe ich ja auch den Anspruch mit sehr leichtem Gepäck unterwegs zu sein. Wer einen großen Koffer mithat, der sich gut rollen lässt, kann ihn ruhig einpacken. Vor allem für den Flug und längere Zugfahrten bietet er viel Lesestoff.

Wer das Buch verwenden möchte, um eine Individualreise zu planen, sollte etwas Japan-Vorwissen mitbringen oder sich an den Tourvorschlägen orientieren und dann intensiver einarbeiten. Für Japan-Vielreisende bietet er Infos zu Orten, die in schlankeren Reiseführern nicht behandelt werden, und sollte somit nicht im Regal fehlen.

Weitere Infos

Titel: Baedeker Reiseführer Japan
ISBN: 978-3829713955
Preis: 27,99 €

Einblicke ins Buch gibt es auf der Verlagswebseite

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Kategorien Reisen

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Manchmal nostalgisch, immer mit einem wachen Auge und vor allem viel Begeisterung. Als nächstes geht es über Neujahr nach Tokio, Kyoto und auf die Izu Halbinsel.

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