Die Umarmung des Todes – Diskussion nach dem Lesen

Diese Diskussionsrunde ist für alle gedacht, die das Buch fertig gelesen haben. Hier darf frei von der Leber weg ohne Einschränkungen darüber gesprochen werden.

So funktioniert diese Diskussionsrunde:

Du kannst gerne allgemein schreiben, wie dir das Buch gefallen hat.

In den folgenden Tagen folgen Fragen, die als Diskussionsanregung dienen sollen.

  1. Hattest du das Buch zum ersten Mal oder erneut gelesen?
  2. Wie hat es dir gefallen? Würdest du es weiterempfehlen?
  3. Kannst du dir vorstellen, es irgendwann noch einmal zu lesen?
  4. Wie gefiel dir der Schreibstil?
  5. Was sagst du zu dem Plot-Twist, dass die Frauen ein Leichenentsorgungsunternehmen starten? Völlig an den Haaren herbei gezogen ? Fesselnd?
  6. Was erzählt dir das Buch über die japanische Gesellschaft?
  7. Gibt es für dich in diesem Buch einen Helden?
  8. Wie findest du wurde mit dem Thema Immigration, Zurechtfinden in einer anderen Kultur, Rassismus umgegangen?
  9. Wie fandest du die Wendung zum Schluss? Das Zusammenspiel von Masako und Satake?

Du kannst mitdiskutieren, indem du einen Kommentar hinterlässt.

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1 Kommentar zu “Die Umarmung des Todes – Diskussion nach dem Lesen

  1. Ein Buch bei dem ich etwas Zeit brauchte um mich damit an zu freunden. Was gewöhnungsbedürftig war waren die unterschiedlichen Schreibstile, anfangs noch blümerant, alles weit ausholend mit vielen Adjektiven umschrieben, dass ich dachte wenn das so weiter geht, dann kotze ich einen Regenbogen. Dann jedoch, wenn die Handlung an Fahrt auf nimmt verändert sich der Stil, mal rau, mal zornig, mal gleichgültig. Gerade beim zweitem Mord und am Ende, wenn sich die Ereignisse überschlagen passt sich der Schreibstil der Grundstimmung an, was faszinierend und genial ist. Es weckt die Neugier auf die japanische Originalfassung, zumindest vermute ich, dass das da noch besser heraus gearbeitet ist, bzw. nicht nur Stil, sondern auch die Sprache zunehmend roher und gnadenloser wird, was in der englischen Version nur bedingt umgesetzt werden kann.
    Die Charaktere sind zuweilen etwas verwirrend und die Handlung, naja. Der erste Mord ist mindestens atypisch was den Zeitablauf und die Methodik betrifft, alles passiert rasant und das zieht sich durch das gesamte Buch. Zweifel kommen selten auf und wenn, dann sind diese schnell beiseite geschoben. Das passt zu einem gedankenlosem und egozentrischem Charakter wie Kuniko, aber für Yoshie erscheint es eher zweifelhaft, dass ein paar Tausend reichen um ihr moralisches Weltbild von jetzt auf gleich auf den Kopf zu stellen. Und Masako ist jemand aus der man wohl bewusst nicht schlau werden soll. Zumindest weiß sie bis zum Schluss nicht was sie nicht will, wenn sie sich nicht mal entscheiden kann ob sie oder Satake nicht sterben sollen, wenn sie nur eins von beidem haben kann.

    Das Thema Rassismus wird eher beiläufig behandelt, aber gerade das fehlende Interesse und die Selbstverständlichkeit machen die Betrachtung gut, weil sie die Ohnmacht mit der Charaktere wie Kazuo dem gegenüber stehen gut einfangen. Interessanter ist dagegen das Thema Sexismus, das sich mal subtil, mal mit der Brechstange, weil es sonst nicht in der Klarheit wahrgenommen wird, durch das ganze Buch zieht. Von Rollenmodellen über Sexualisierung und Idealisierung minderjähriger Schulmädchen bis zu Diskriminierung am Arbeitsplatz, hier kriegt die japanische Gesellschaft die volle Breitseite ab. Wobei ich mir noch unschlüssig bin warum die Frauen im Buch nicht ab und an das nutzen, bzw. wenn man so will ihre Dämonen für sich arbeiten lassen. Mag sein, dass die Autorin dem keine positiven Seiten abgewinnen wollte, bzw. es bei ein paar Andeutungen beließ wie dass Inspektor Imai Yoshie aufgrund ihrer persönlichen Situation für unverdächtig hält, aber womöglich ging es ihr auch bewusst um diese Ohnmacht, darum dass ihnen Gedanken wie dass man ihnen die Tat nicht zutrauen würde, gerade weil sie Frauen sind, gar nicht kommen, weil sie schon gar nicht mehr erwarten, dass sich mal irgendwas zu ihren Gunsten entwickelt.

    Unterm Strich finde ich es schwierig das Buch zu bewerten. Wer einfach nur einen Krimi oder Thriller lesen will stößt rasch auf Ungereimtheiten, bzw. auf Situationen, denen eine intensivere Aufarbeitung gut getan hätte. Wer dagegen Gesellschaftskritik im Gewand eines Thrillers mag ist hier goldrichtig. Das Buch ist ein ungeschminkter Blick hinter die Fassade auf Sexismus, Klassizismus und Rassismus, gepaart mit der unausgesprochenen Frage wo die eigenen Grenzen liegen, bzw. wie weit man am Abgrund stehen muss und wie viel oder wenig Geld winken muss um die eigenen und gesellschaftlichen moralischen Grundsätze über Bord zu werfen und was genau das mit einem macht. Zusammen mit der Frage was es für eine Gesellschaft ist, die solche Charaktere wissentlich hervor bringt. Denn letztendlich ist das ihre Kritik: Die Charaktere im Buch sind, vielleicht mit Ausnahme der beiden Polizisten und selbst die haben ihre Päckchen zu tragen, allesamt psychisch krank. Und doch normal und alltäglich.

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