"Aposimz – Land der Puppen" und "Golden Kamuy" Band 1

Angelesen: „Aposimz“ und „Golden Kamuy“

Die Bücher wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

Es ist nicht so, dass ich ausschließlich ein typischer shōjo-, also Mädchen-Manga-Leser bin. Ja, ich mag Magical Girls und Romantik zum Schmachten, aber es darf ruhig etwas Action geboten sein. So ist meine Lieblingsserie zum Beispiel „Basara“, gerade lese ich „Tsubasa Reservoir Chronicle“ und auch Sport-Manga wie „Captain Tsubasa“ und „Eyeshield 21“ gehören zu meinen Favoriten.

Mit „Aposimz – Land der Puppen“ und „Golden Kamuy“ aus dem Hause Manga Cult sind zwei waschechte shōnen-Manga fürs eher männliche Publikum auf meinem Lesestapel gelandet, die mal wieder gezeigt haben, dass eine plumpe Einordnung in shōjo und shōnen keine Aussagekraft darüber hat, wie die jeweilige Geschichte mir gefällt. Denn beide haben mich auf sehr unterschiedliche Art und Weise berührt, mal positiv, mal eher negativ.

Aposimz – Land der Puppen

So minimalistisch wie der Inhalt von "Aposimz" kommt auch das Cover daher. Wie immer bei Manga Cult schön veredelt mit UV-Lack.
So minimalistisch wie der Inhalt von „Aposimz“ kommt auch das Cover daher. Wie immer bei Manga Cult schön veredelt mit UV-Lack.

Aposimz ist ein künstlicher Planet, der sich in die unzugängliche Kernwelt und die eiskalte, von Ruinen vergangener Zeiten überzogene Oberwelt aufteilt. Seit Jahrhunderten ist es den Menschen auf der Oberfläche verboten, das sichere Innere zu betreten. Sie kämpfen gegen Kälte und Hunger.

Zusätzlich werden sie terrorisiert. Von den Soldaten des Ribedoa-Imperiums, die einen Weg in die Kernwelt erkämpfen möchten und dabei vor keinen Mitteln zurückschrecken. Und dann sind da noch die „Puppen“, eine Art Kampf-Cyborg, in die Menschen sich durch eine Krankheit verwandeln.

Eines Tages taucht ein junges Mädchen auf, hinter dem sich ein kleiner Automaton verbirgt, der eine Waffe mit sich führt, die durch die Schutzhülle der Kernwelt dringen und so einen Weg ins Innere eröffnen könnte. Der junge Mann Esrō hilft ihr und wird in einen Strudel an Ereignissen hineingezogen.


„Aposimz – Land der Puppen“ ist anders, als die Serien, die ich sonst lese. Actiongeladen, Science-Fiction-Setting, viele Tote und Skelette. Man wird als Leser mit sehr wenig Vorwissen in die Handlung hineinkatapultiert. Die Charaktere, die zunächst eingeführt werden, überleben nicht lange und schnell wird klar: die Welt von „Aposimz“ kennt keine Gnade. Weder mit ihren Figuren, noch mit dem Leser.

Nun bin ich eher zart besaitet und musste hin und wieder mal den Manga weglegen, um die Bilder erst zu verdauen. Dabei ist der Zeichenstil von Tsutomu Nihei bemerkenswert skizzenhaft und minimalistisch gehalten. Dies trägt wunderbar zur kalten Atmosphäre der fiktiven Welt in „Aposimz“ bei und ersparte mir zu genaue Details der Verletzungen und Verwandlungen der „Puppen“, die in ihrer Grundform nichts weiter als Skelette mit „Plazenta“ sind, aus denen sie für den Anschein Aussehen und Kleidung formen können.

Viel Weiß lenkt den Fokus des Lesers auf die Handlung.
Viel Weiß lenkt den Fokus des Lesers auf die Handlung.

Auch der kleine Automaton Titatina löst bei mir mit seinem Look (Wirbelsäule meets Stabheuschrecke) eher Gänsehaut aus.

Mit anderen Worten: ein actionlastiger, mysteriöser Shōnen-Manga, der bei vielen sicherlich genau in die richtige Kerbe schlägt. Bei mir trifft er mit seiner morbiden Atmosphäre leider genau einen Nerv, den ich lieber nicht in Aufruhr weiß.

Wie alle Manga Cult Comics ist das Buch außen sehr schön mit Sonderveredelung gestaltet. Dieses Mal vermisse ich die Farbseiten am Anfang, stattdessen gibt es aber eine Full Color Master Edition*, die allerdings auch mit einem stattlichen Preis von 30,– € zu Buche schlägt.

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Golden Kamuy

Das Cover von "Golden Kamuy" gibt eine gute Vorstellung vom Zeichenstil des Mangas.
Das Cover von „Golden Kamuy“ gibt eine gute Vorstellung vom Zeichenstil des Mangas.

„Golden Kamuy“ von Satoru Noda erzählt die Geschichte des ehemaligen Soldaten Saichi Sugimoto Anfang des 20. Jahrhunderts. Im russisch-japanischen Krieg erhielt er den Namen „Unsterblicher“. Mittlerweile möchte er einfach nur in Frieden leben und Geld verdienen, um die Witwe seines gefallenen Kumpels versorgen zu können. Deshalb versucht er sein Glück auf Hokkaidō beim Goldschürfen.

Durch Zufall erfährt er von einem Goldschatz, der den Ureinwohnern – den Ainu – entwendet wurde. Eine Karte soll zu dem Versteck führen, doch diese ist verteilt. Ausgerechnet auf die Haut einer Gruppe flüchtiger Häftlinge in Form von kryptischen Tattoos.

Gemeinsam mit dem Ainu-Mädchen Asirpa, die ihren Vater rächen möchte, macht er sich auf die Suche.


Von „Golden Kamuy“ hatte ich vorab schon viel Gutes gehört. Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Obwohl ein Goldschatz, der sich nur durch das Entschlüsseln mehrerer Tattoos finden lässt, erst einmal fantastisch klingt, wird die Geschichte mit viel Realismus erzählt. Sowohl was die Story als auch den Zeichenstil angeht.

Unterfüttert wird dies durch ein tiefes Hintergrundwissen in Bezug auf die Ainu. Noda lässt dieses gekonnt in die Handlung einfließen, Zwischenseiten erklären zum Beispiel Asirpas Ausrüstung und am Ende des Buchs findet sich sogar ein Glossar mit Ainu-Begriffen und deren Bedeutung.

Mit viel Detailliebe wird die Kultur der Ainu erklärt.
Mit viel Detailliebe wird die Kultur der Ainu erklärt.

Wie auch „Aposimz – Land der Puppen“ handelt es sich um einen Shōnen-Manga, also einen Comic mit eher männlichem Zielpublikum. Es geht auch hier brutal zu, doch die Art der Gewalt und deren Darstellung ist ein völlig andere. „Aposimz“ hat etwas morbides, „Golden Kamuy“ besticht durch Realismus.

Mein persönliches Fazit: möchte ich unbedingt weiterlesen. Denn wie lässt sich Geschichte und Kultur anschaulicher lernen als durch eine gute Serie.

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