Angelehnt an die „The Shortest History“-Reihe von The Experiment veröffentlich der Ullstein-Verlag Bücher mit einer kompakten Darstellung der Geschichte eines Landes oder Kontinents. 2026 frisch erschienen ist in diesem Rahmen nun „Die kürzeste Geschichte Japans“ von Christopher Harding, die sich sofort zum Spiegel-Bestseller entwickelt hat. Denn das Prinzip klingt vielversprechend. Auf 250 Seiten geht es durch sage und schreibe 37.000 Jahre Japan. Der Autor gallopiert nur so durch die Jahrhunderte und als Leser muss man mithalten. Oder sich mitschleifen lassen.

Die kürzeste Geschichte Japans
Christopher Harding
Ullstein Verlag
ISBN: 978-3-54807-440-5
„Die kürzeste Geschichte Japans“ von Christopher Harding
In insgesamt zehn Kapiteln gibt Harding einen Querschnitt durch die Geschichte Japans. Angefangen von den ersten Siedlern, die als Jäger und Sammler durchs Land streiften, bis hin zu den neusten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Die Kapitel unterteilen die Landesgeschichte grob in die wichtigsten Epochen und tragen poetische Namen wie „Das dunkle Tal“ und „Das strahlende Leben“.
Der Leser erfährt von den wichtigste historischen Persönlichkeiten, kulturellen Entwicklungen und bekommt immer wieder auflockernde Zitate aus wichtigen Werken der Literatur, Poesie und Zeitgeschichte eingestreut.

Der erste Absatz
„‚Der japanische Reisepass ermöglicht es seinen Inhabern, visafrei in 194 Länder und Regionen der Welt zu reisen. […] Un dennoch besitzen nur 20 Prozent der Einwohner einen Pass, während es in Großbritannien 85 Prozent sind. […] Warum sollte man in die Ferne schweifen, wenn doch das 3000 Kilometer lange japanische Archipel mit seiner außergewöhnlichen Vielfalt an Klimazonen – vom sibirischen Norden bis zum subtropischen Süden – so viel zu bieten hat?“ (Harding, Ullstein, 2026)
Meine Meinung
Christopher Harding hat de Auftrag erfüllt, den der Name des Buchs vorgibt. Er hat auf unglaublich verdichtete Art und Weise die komplette Vergangenheit Japans in 250 Seiten gepackt. Mein Gefühl während dem Lesen war, als würde jemand mit einem Maschinengewehr Fakten und Daten auf mich schießen.
Dabei versucht Harding unterhaltsam zu sein und alles in einen Fluss zu bringen. Dennoch fand ich das Leseerlebnis eher bescheiden. Mit meinem Vorwissen konnte ich gut folgen, habe mich aber gelangweilt. Hat man das nötige Vorwissen nicht, kann ich mir nicht vorstellen, dass am Ende wirklich viel von dem Gelesenen hängen bleibt. Auf der anderen Seite ist das Buch nicht tiefgehend genug, wenn man sich wirklich mit japanischer Geschichte befassen will. Ja, kann es gar nicht sein bei diesem Format. Deshalb frage ich mich, wer eigentlich die Zielgruppe für das Buch ist.

Ich hab’s gelesen, weil ich nicht gut darin bin, Bücher abzubrechen, es ein Geschenk von einem Reisegsat war und ich es als Auffrischung nutzen wollte. Aber ehrlich gesagt habe ich bei jeder Seite nur aufs Ende hingehechelt. Das harsche Urteil tut mir leid, denn offensichtlich bin ich nicht die Zielgruppe für dieses Buch. Aber ich kann mir nicht helfen, ich bin heilfroh, dass ich durch bin und das Buch morgen zurücklasse, wenn ich in den Flieger zurück nach Deutschland steige.
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