Mahnmal im Friedenspark Nagasaki: die Statue des Friedens von Bildhauer Seibou Kitamura.

Statue des Friedens im Nagasaki Friedenspark – ein hoffnungsvolles Mahnmal

Sowohl Hiroshima als auch Nagasaki standen 2014 bei meiner Japan-Best-of-Reise auf dem Plan. Es war nicht Sensationslust, die meinen damaligen Freund und mich antrieb, zu den Schauplätzen der Atombombenabwürfe im August 1945 zu fahren, sondern der Wunsch nach einem besseren Verständnis. Der Wunsch nach einem Begreifen, was dort Unmenschliches geschehen war. So machten wir uns am dritten Tag unserer Japanreise auf den Weg in die Hafenstadt Nagasaki. Erster Stopp: der Friedenspark mit seiner riesigen Statue des Friedens.

Der Nagasaki Friedenspark

Das Schild zum Friedenspark in Nagasaki liest sich heiwa kōen.
Das Schild zum Friedenspark in Nagasaki liest sich heiwa kōen.

Der Friedenspark heiwa kōen 平和公園 liegt nur wenige Hundert Meter von der damaligen Atombomben-Abwurfstelle entfernt und löste bei mir gemischte Gefühle aus. Denn die weitläufige Anlage mit Palmen und Statuen ist ein Ort der Hoffnung.

Hatte ich eine weit düstere Anlage, einen Ort der Trauer erwartet, so wurde ich eines Besseren belehrt. Natürlich ist es eine Stelle des Gedenkens. Es finden sich vielerlei Blumengaben und Abertausende bunte Origami-Kraniche im Friedenspark. Aber die Gestaltung des Parks mit den vielen Statuen, die andere Länder an die Stadt Nagasaki im Laufe der letzten Jahrzehnte gespendet haben, vermitteln alle dieselbe Botschaft: Zusammenhalt, Friede und Hoffnung.

Die Statue des Friedens

Allen voran die knapp 10 Meter hohe Friedensstatue heiwa kinenzō 平和祈念像 von Bildhauer Seibou Kitamura, die seit dem 01. April 1955 mahnend über das Areal blickt. Nun ja, nicht ganz, die Augen hat sie dabei wie in Meditation oder ein Gebet versunken geschlossen.

10 Meter hoch mahnt die Statue des Friedens in Nagasaki über den Peace Park. Die eine Hand deutet auf die Gefahr von oben, die andere hebt sich schützend über die Welt.
10 Meter hoch mahnt die Statue des Friedens in Nagasaki über den Peace Park. Die eine Hand deutet auf die Gefahr von oben, die andere hebt sich schützend über die Welt.

Während die rechte Hand mahnend gen Himmel zeigt, um vor der Gefahr von oben zu warnen, ist die andere schützend geöffnet und symbolisiert ewigen Frieden. Das abgewinkelte Bein lässt wieder an Mediation denken, eine Pose, wie man sie bei Buddhastatuen in Japan oft sieht. Der zweite Fuß ist fest im Boden verwurzelt und wirkt, als wäre die Statue jederzeit bereit aufzustehen und tatkräftig etwas zu unternehmen, sollte es nötig sein.

Auf einer schwarzen Fläche am Fuß der Statue finden sich die Namen der vielen Opfer des Atombombenabwurfs. Gedenktafeln dieser Art machen mir immer bewusst, dass es sich nie nur um kollektive Katastrophen handelt, sondern um viele traurige Einzelschicksale.


Die Figur "Hymne an das Leben" wurde von Italien an den Friedenspark in Nagasaki gespendet.
Die Figur „Hymne an das Leben“ wurde von Italien an den Friedenspark in Nagasaki gespendet.

Wir spazieren an Skulpturen wie dem „Mantel des Friedens“ (von Neuseeland gestiftet), der „Hymne an das Leben“ (ein Geschenk von Italien) und der Friedensglocke vorbei zurück in Richtung Hypozentrum. Bevor wir den Park verlassen, werfe ich einen letzten Blick zurück auf die Statue des Friedens. Eindrucksvoll mahnt sie, nicht zu vergessen, was hier passiert ist. Aber das vorherrschende Gefühl in mir ist Hoffnung.

Weiterführende Links

Friedenspark (Nagasaki) – Wikipedia

Friedensstatue | Nagasaki Attractions | Reisen nach Japan | JNTO

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Kategorien Reisen
Elisa

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Meine Japanreisen 2019: im Mai war ich zweieinhalb Wochen an der San-in Küste, im November auf Shikoku. What's next?

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