Am Arasuna Schrein in Iwami habe ich meinen ersten Geocache gefunden.

Mein erster Geocache – na klar, in Japan

Hast du schon mal von Geochaching gehört? Bei mir liegt der erste Kontakt Jahre zurück, als plötzlich gemunkelt wurde, in meiner Heimatstadt sei jetzt am Aussichtspunkt (und für viele auch erster Kuss- oder wahlweise erster Joint-Punkt) ein Geocache versteckt. Auf die Suche danach gegangen bin ich nie. Keiner wollte mit, ein GPS-Gerät hatte ich auch nicht. Zu nerdy, zu aufwendig, zu ach…ein andermal. Hätte ich nur, dann hätte mich der Virus viel früher infiziert. Aber es ist nie zu spät, mit etwas anzufangen.

Spoiler-Hinweis: Dieser Post enthält Bilder des gefunden Caches, zeigt aber nicht die exakte Location, wo ich ihn gefunden habe, damit niemand gespoilert wird, der selbst noch suchen möchte. Die Fotos von der Dose dienen in diesem Fall nur dazu, dass Nicht-Geocacher sich eine Vorstellung davon machen können, wie ein Cache aussehen kann.

Was ist Geocaching?

Bei Geocaching handelt es sich um eine moderne Schnitzeljagd. Im einfachsten Fall wird eine kleine Dose mit „Logbuch“ darin versteckt und auf geocaching.com eingetragen. So erfahren andere Geocacher, dass es diesen Cache gibt und können auf die Jagd gehen. Nicht-Geocacher – die sogenannten „Muggel“ – sollen möglichst nichts von der Suche mitbekommen.

Hat man den Cache gefunden, trägt man sich ins Logbuch ein und kann, wenn man mag, den Cache auch online in seinem Profil loggen. In manchen Dosen befinden sich auch kleine „Schätze“, vor allem für mitsuchende Kinder. Das können zum Beispiel Sticker oder ein geflochtenes Armband sein. Nimmt man etwas heraus, sollte man im Gegenzug auch etwas hineinlegen. Dann wird der Cache wieder standesgemäß an sein Versteck zurückgelegt, so dass der Nächste seine Freude am Suchen hat.

Der Geocache ist mit einem QR-Code versehen, so dass man ihn digital loggen kann.
Der Geocache ist mit einem QR-Code versehen, so dass man ihn digital loggen kann.

So richtig spannend wird es erst bei anderen Arten von Caches, für deren Koordinaten man Hinweise finden und Rätsel lösen muss. Davon bin ich persönlich aber noch ein entfernt.

Ich werde angefixt

Vor kurzem lernte ich jemanden kennen, der ein passionierter Geocacher ist. Über 10.000 (!) Funde in mehr als 20 Ländern hat er zu verzeichnen. Hilft mir mal jemand, meine Kinnlade wieder vom Boden hochzuklappen?

Wie wir auf das Thema kamen, weiß ich nicht mehr, doch schnell war klar: heutzutage mit Smartphone ist Gecoachten keineswegs mehr zu schwierig oder nerdy. Man lädt sich eine App, registriert sich und dann legt man los. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Cache ganz in der Nähe ist, ist in Deutschland sehr groß.

Am liebsten wäre ich sofort losgezogen, aber da ich ein paar Tage später nach Japan fliegen sollte, war die Idee, meinen allerersten Cache dort zu loggen.

Mein erster Cache in Iwami

Hochmotiviert ging ich an dem Abend nach Hause, nur um dann in Japan überhaupt nicht mehr daran zu denken. Oh Mann! Japan bedeutet jedes Mal so viele Eindrücke, so viele Abenteuer, da war das Gecoachten schnell in einer Gedankenschublade abgelegt, in die gerade keiner schaute. So verbrachte ich meine tolle Mai-Reise an der San-in-Küste. Am letzten Tag, bevor es nach Ōsaka gehen sollte, von wo mein Flug zurück ging, besuchte ich ganz spontan die kleine, beschauliche Stadt Iwami – das Vorbild für Iwatobi, die Stadt aus dem Kult-Schwimm-Anime „Free!“.

Mein geliehenes E-Bike steht am Strand von Iwami. Toller kann man Japan nicht erkunden.
Mein geliehenes E-Bike steht am Strand von Iwami. Toller kann man Japan nicht erkunden.

Mit dem Rad fuhr ich am Meer entlang, lies mir die Brise ins Gesicht wehen und schaute mir an, was mir gerade gefiel. So auch einen kleinen Schrein am Straßenrand, der besonders schön am Meer gelegen war. Die Zeit wurde langsam knapp, ich musste das geliehen Rad bald zurückgeben, als es mich plötzlich wie der Blitz traf: Holy Macaroni, ich wollte doch meinen ersten Cache in Japan finden!

Ein Stein-Torii und Laternen kennzeichnen den Eingang zum Arasuna Schrein in Iwami.
Ein Stein-Torii und Laternen kennzeichnen den Eingang zum Arasuna Schrein in Iwami.

App angeworfen, dann der erste Schock: es gibt hier kaum Caches. Der nächste ist über 5km entfernt, das schaffe ich nicht mehr. Doch halt, da ist noch einer…und ich traue meinen Augen kaum, am Arasuna Schrein, den ich eben noch erkundet habe. Also flink die Treppen wieder hoch und in die Kiefernbäume abgebogen.

Juhu, mein erster Geocache....ganz japanisch mit Kirby auf der Dose.
Juhu, mein erster Geocache….ganz japanisch mit Kirby auf der Dose.

Kurze Zeit später halte ich meinen ersten Cache in den Händen und bin auch noch der erste Glückspilz, der ihn jemals gefunden hat. Auf der Dose ein Kirby-Aufkleber, als Schatz innen drin ein paar witzige Ninja- und Sumo-Sticker. Ich freu mich wie Bolle, meinen ersten Cache in Japan gefunden zu haben.

Das war drin in der Geocache-Dose: Anleitung, ein Notizblock als Logbuch und Sticker.
Das war drin in der Geocache-Dose: Anleitung, ein Notizblock als Logbuch und Sticker.

Seitdem war ich in Deutschland bereits ein paar weitere Caches jagen. Den in meiner Heimatsatdt gibt es leider nicht mehr, weil der Aussichtspunkt der Baustelle für eine Autobahn weichen musste. Stattdessen thront dort nun ein steinerner Hintern…die Meinung der dortigen Anwohner zum Bauvorhaben ;P

Aber wenn die nächste Japanreise kommt, ist dort kein Cache mehr vor mir sicher. Und du, warst du auch schon geocachen?

Kategorien Populärkultur Reisen

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Momentan bewerbe ich mich als Volunteer für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020. Im Mai fliege ich zwei Wochen an die San-in Küste.

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