Über keinen Ort habe ich bisher so viel geschrieben wie über den Sumiyoshi Taisha Schrein in Ōsaka. Kein Wunder, es ist nicht nur einer meiner Lieblingsschreine sondern auch generell ein sehr schöner und wichtiger Schrein. Vor allen Dingen ist er sehr abwechslungsreich, gibt es auf dem Gelände doch jede Menge zu entdecken. Unter anderem einen ganz besonderen Kraftort: Goshogozen.
Goshogozen – ein Kraftort zur Wunscherfüllung
Goshogozen 御所御前 bezeichnet jenen Ort, der als Ursprung des Sumiyoshi Taisha Schreins gilt. Dort, wo die Götter sich niederließen. Es ist der heiligste Ort des ganzen Geländes und somit das, was die Japaner aus dem englischen übernommen Power Spot nennen. Einen Kraftort.
Während ich Schreine generell als Kraftorte empfinde, kommt es doch oft vor, dass eine Stelle ganz besonders auf mich wirkt. Vor allem, wenn dort ein Jahrhunderte alter Baum steht. Auch am Sumiyoshi Taisha gibt es eine uralte Kampfer, bei Goshogozen dreht sich aber alles um Steine.

Unmengen davon in grober Kieselsteingröße liegen eingezäunt von einer Steinbalustrade auf einer erhöhten Fläche. Nun heißt es suchen. Denn einige davon sind bemalt mit drei unterschiedlichen Schriftzeichen: 五 go (fünf), 大 dai (groß), 力 riki (Kraft). Symbolisch gehst du also auf die Suche nach den fünf großen Kräften: Gesundheit, Weisheit, Reichtum, Gesundheit und langes Leben.
Wie so oft an Schreinen und Tempeln geht es hier um Wunscherfüllung. Man sammelt die drei Steine zusammen, wäscht sie, wünscht sich etwas und kauft für sie ein kleines Seidenbeutelchen, damit man sie wie einen o-mamori Talisman bei sich tragen kann. Alternativ bindet man das Amulett an das Steintor der Einzäunung des Goshogozen.

Geben und Nehmen – bring deine eigenen godairiki Steine an den Schrein
Wirfst du einen genaueren Blick auf die Setine, kannst du feststellen, dass sie nicht alle von der selben Person und nicht einmal mit dem selben Stift beschrieben wurden. Dies kommt von der Tradition, dass man dem Power Spot etwas zurück gibt, sobald der eigene Wunsch erfüllt wurde. Haben die godairiki-Steine ihren Zweck für dich erfüllt, kannst du bei dir zu Hause rund ums Haus drei passende Steine suchen, sie mit den Schriftzeichen versehen und beim nächsten Besuch am Schrein in die Einzäunung werfen. So kann eine andere Person auf die Suche nach ihrem Glück gehen.
Weiterführende Links
PS: Wenn du täglich ein Stück Japan in deinen Social-Media-Feeds und dich mit anderen Japan-Fans austauschen möchtest, folge mir auf Facebook, Instagram, Twitter und Pinterest.
Noch mehr Neuigkeiten, Infos, Lustiges und Skurriles gibt es jeden Montag im Japanliebe Newsletter. Trag dich gleich ein und lerne Japan mit mir kennen.
liebe elisa, ich bin japan auch verfallen :=) ausser schreinen (und vielem anderem) interessieren mich kieselsteine, die ich schleife und dadurch ev. in eine besondere form, aber auf jeden fall, zu finster oberfläche und glanz wie unter wasser bringe. aber wo finde ich in japan kieselsteine? in shimane pref. kenne ich einen strand, immerhin. für alle tipps bin ich dankbar :=)
Die heiligsten bekommst du an den Flüssen Isuzu und Shimamichi am Naiku (Inneren Schrein) von Ise. Schau dir mal meinen Artikel dazu an, dann weißt du, was ich meine :)
Sonst würde ich generell sagen, überall, wo du noch ein paar Stückchen wilden Fluss auftreiben kannst.
Viele Grüße
Elisa