Das Ferienhaus „Koyasu“ in Kyōto hat einen kleinen Wintergarten mit Blick nach draußen auf eine Steinlaterne.

Bei einer Japanreise wohnen wie eine Einheimische ᵂᴱᴿᴮᵁᴺᴳ

Japansehnsucht – hab ich immer. Ich möchte das Land bereisen, neue Ecken entdecken, als Tourist von Ort zu Ort tingeln. Da ist aber noch ein zweiter Wunsch in mir: endlich wieder in Japan leben. Eine Wohnung mieten, wie eine Einheimische im Supermarkt einkaufen, am eigenen Herd kochen, die Wäsche auf dem Balkon trocknen. Kurzum: Alltag in Japan erleben. Während einer Japanreise gar nicht so einfach zu realisieren – oder doch? Ich stelle dir heute unterschiedliche Arten vor, wie man bei einer Reise in Japan übernachten kann und erzähle, wie ich mir das Gefühl eines japanischen Alltags während des letzten Trips realisieren konnte.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Japan Experience*, die mir bei einem Aufenthalt im Sommer 2022 Unterkünfte in Tōkyō und Kyōto zur Verfügung gestellt haben. Bei Links, die mit einem Stern markiert sind, handelt es sich um Partner-Links. Solltest du dich zu einer Buchung entscheiden, werde ich mit einer kleinen Summe beteiligt und bedanke mich recht ♥-lich. Dir entstehen dadurch keine weiteren Kosten.

Verschiedene Unterkunftsarten in Japan

Bei einem Japanurlaub gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Unterkunftsarten, die du ausprobieren kannst. Mittlerweile habe ich schon fast alle einmal durch und meine persönlichen Vorlieben entwickelt. Folgende Arten der Übernachtung in Japan gibt es:

Einfache Unterkünfte

Einfache Bleiben sind Hostels mit Schlafsälen und die berühmten Kapselhotels, in denen du einen Miniraum mietest, der gerade so groß und hoch ist, dass eine schmale Matratze hinein passt und du darin sitzen kannst. Ebenfalls in die Kategorie einfachere Unterkunft fallen sogenannte minshuku – Familienpensionen, bei denen du ein simples Zimmer in einem Privathaus buchst und dir in der Regel das Badezimmer mit anderen Gästen oder den Gastgebern teilst.

So kann eine Schlafkapsel in einem Capsule Hotel aussehen.
So kann eine Schlafkapsel in einem Capsule Hotel aussehen.
Kleine, privat geführte Pensionen nennt man in Japan „minshuku“. Die Ausstattung ist eher einfach und die Atmosphäre familiär.
Kleine, privat geführte Pensionen nennt man in Japan minshuku. Die Ausstattung ist eher einfach und die Atmosphäre familiär.

Westliche Unterkünfte

Die größte Auswahl hast du bei westlichen Hotels. Diese gibt es in allen Preis- und Luxusklassen. Ich persönlich bevorzuge sogenannte Business-Hotels. Sie befinden sich in der Nähe von Bahnhöfen und bieten kleine, aber saubere Zimmer zu einem günstigen Preis.

Ein typisches Zimmer in einem Business Hotel: klein aber sauber.
Ein typisches Zimmer in einem Business Hotel: klein aber sauber.

Gehobene Unterkünfte

Unvergesslich und mein ewiger Sehnsuchtsort: der kleine Privatonsen in einem ryokan im Hakone-Gebiet.
Unvergesslich und mein ewiger Sehnsuchtsort: der kleine Privatonsen in einem ryokan im Hakone-Gebiet.

Wenn du mit dem entsprechenden Budget unterwegs bist und Wert auf gehobene Ausstattung legst, gibt es schöne Hotels im westlichen Stil. Ich rate dir aber unbedingt, auch einmal einen ryokan auszuprobieren. So nennen sich die traditionellen japanischen Gasthäuser, in denen du meist mit einem futon auf tatami-Matten schläfst, in heißen Quellen baden kannst und erstklassiges Essen serviert bekommst.

Besondere Unterkünfte

Für eine ganz besondere Erfahrung, kannst du eine Nacht in einem Tempel übernachten und am Leben der Mönche teilhaben. Das bedeutet früh aufstehen, beten und vegetarische Küche genießen. Anders besonders wird’s in einem Love Hotel. Diese Stundenhotel dienen den Japanern als temporärer, geschützter Raum für Intimität, du kannst dort aber auch für günstige Pauschalen die ganze Nacht verbringen.

Die Schlafkojen im "Book & Bed Tokyo" befinden sich tatsächlich im Bücherregal selbst.
Die Schlafkojen im “Book & Bed Tokyo” befinden sich in Bücherregalen.

Ferienwohnung oder -haus in Japan mieten

Sind Zimmerservice und Bewirtung bei deinem Reisestil unnötig, oder reist du mit mehreren Personen, kann auch eine Privatunterkunft – minpaku genannt – das richtige für dich sein. Hier mietest du auf Zeit eine Wohnung oder ein Haus. Die bekannteste Plattform dafür ist AirBnB, doch auch Veranstalter wie Japan Experience haben tolle Unterkünfte im Angebot, bei denen du dir sicher sein kannst, dass die Bilder auch halten was sie versprechen.

Japanischen Alltag erleben, indem du eine Wohnung oder ein Haus mietest

Meine ersten Erfahrungen mit privat vermieteten Zimmern in einem minshuku und einem Guest House waren nicht so gut. Übelriechende Toiletten, offene Steckdosen, milde ausgedrückt nicht so ganz das, was ich von Japan gewohnt war. Bei meiner letzten Reise durfte ich dank Japan Experience gleich zwei Mal erleben, dass es auch anders geht. Schöne Ausstattung, blitzeblank saubere Zimmer und eine sehr nette Betreuung durch meine Travel Angel vor Ort. So waren meine Aufenthalte in Tōkyō und Kyōto:

Eine eigene Wohnung in Tōkyō während einer Japanreise

Einblicke in die Ferienwohnung  „Nishi-Ikebukuro 3“ von Japan Experience in Tōkyō.
Einblicke in die Ferienwohnung „Nishi-Ikebukuro 3“ von Japan Experience* in Tōkyō.

Die ersten Tage in Tōkyo hatte ich in einem Business Hotel in Asakusa verbracht. Sauber, gute Lage, aber das Zimmer nicht größer als eine Schuhschachtel. 

Dann siedelte ich um nach Ikebukuro in eine Ferienwohnung von Japan Experience. Es war wie eine Zeitreise zurück zu meinem Dreivierteljahr an der Sprachschule. Plötzlich hatte ich wieder ein richtiges, japanisches Apartment. Mit futon-Matratze und tatami-Reisstrohmatten auf dem Boden. Mit eigener Waschmaschine und einer voll ausgestatteten Küche. Mit einem Spülschwamm mit aufgesticktem Gesicht und einem Waschbecken, dessen Wasser danach den Spülkasten der Toilette füllte. Ich war wieder in Japan zu Hause. (Nur mit mehr Platz als damals.)

In den Ferienwohnungen von Japan Experience war alles vorhanden, was ich brauchte, vom Handtuch bis zum Reiskocher. Auch konnte ich zwischen westlichen Betten und "futon" zum Schlafen wählen.
In den Ferienwohnungen von Japan Experience* war alles vorhanden, was ich brauchte, vom Handtuch bis zum Reiskocher. Auch konnte ich zwischen westlichen Betten und futon zum Schlafen wählen.

Seit ein paar Jahren ist es mein Traum, längere Zeit in Tōkyō zu verbringen und mein Aufenthalt in der Wohnung von Japan Experience* hat diesen Wunsch nur bekräftigt. Ich war mitten drin in Ikebukuro, zwischen Bars und Neonschildern, ums Eck vom Bahnhof und doch lag meine Wohnung so ruhig, dass ich nachts ungestört durchschlafen konnte. Die Tokioter selbst sagen nicht umsonst, dass ihre Stadt ein Dorf sei.

Einblicke in die Ferienwohnung „Nishi-Ikebukuro 3“ von Japan Experience in Tōkyō.
Einblicke in die Ferienwohnung „Nishi-Ikebukuro 3“ von Japan Experience* in Tōkyō.

Mein Travel Angel – also der Betreuer von Japan Experience vor Ort – empfahl mir für den ersten Abend das seiner Meinung nach beste Ramen-Restaurant der ganzen Stadt. Und dem kann ich mich nur anschließen. Alleine wäre ich nie dort gelandet. Gut also, dass ich einen Ansprechpartner mit Ortskenntnissen hatte.

Wohnung “Nishi-Ikebukuro 3” in Tōkyō bei Japan Experience buchen*
Alle Unterkünfte von Japan Experience in Tōkyō durchstöbern*

In einer Ferienwohnung in Japan lebt man wie die Einheimischen, inklusive den typisch japanischen Bädern, in denen man sich außerhalb der Wanne wäscht, bevor man zur Entspannung ins Wasser steigt.
In einer Ferienwohnung in Japan lebt man wie die Einheimischen, inklusive den typisch japanischen Bädern, in denen man sich außerhalb der Wanne wäscht, bevor man zur Entspannung ins Wasser steigt.

Ein traditionelles machiya-Haus in Kyōto auf Zeit

Eindrücke aus dem Ferienhaus „Koyasu“ von Japan Experience in Kyōto.
Eindrücke aus dem Ferienhaus „Koyasu“ von Japan Experience* in Kyōto.

Ein paar Tage später checkte ich in Kyōto ein. Was in diesem Fall bedeutete, dass eine nette, ältere Dame mich in Empfang nahm, meine Fragen beantwortete und mich dann meinem neuen Zuhause auf Zeit* überließ: einem klassischen machiya-Kaufmannhaus.

machiya, das sind schmal geschnittenen Stadthäuschen mit viel Holz und traditionellen Elementen. Es gab Schiebetüren, durch die ich das Raumkonzept beliebig ändern konnte, eine Schmucknische mit einem kunstvollen Rollbild und kostbare Puppen in einer Glasvitrine. Und mein absoluter Lieblingsteil des ganzen Hauses: eine kleine Loggia mit Blick in einen japanisch angelegten Mini-Garten.

Eindrücke aus dem Ferienhaus „Koyasu“ von Japan Experience in Kyōto.
Eindrücke aus dem Ferienhaus „Koyasu“ von Japan Experience* in Kyōto.

Neben all der Schönheit zeigte sich das gemietete Haus in Kyōto auch als schlichtweg praktisch. Bei den brütend heißen Sommertemperaturen erwies die Waschmaschine mir gute Dienste. Getrocknet wurde wie in Japan üblich auf dem Balkon, der extra dafür mit Stangen ausgestattet ist, auf die du deine Klamotten hängen kannst. Direkt ums Eck waren ein Convenience Store, diverse Restaurants und eine Bushaltestelle als guter Ausgangspunkt für Abenteuer in Kyōto.

Einzig vom Bahnhof war ich etwas weit entfernt. Dafür erkundete ich den Nordosten der alten Kaiserstadt und verliebte mich in den Ginkaku-ji-Tempel, den Philosophenweg und den Eikan-dō-Tempel – alles Highlights, die ich bei den bisherigen Besuchen in Kyōto verpasst hatte.

Haus Koyasu in Kyōto bei Japan Experience buchen*
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Aber, aber, aber … Bedenken zu Ferienwohnungen und -häusern in Japan

Ist es nicht sehr teuer, eine Ferienwohnung in Tōkyo oder ein machiya-Haus in Kyōto zu mieten? – Nein. Die Wohnungen und Häuser von Japan Experience sind alle auf zwei bis vier Personen, manche sogar auf Gruppen bis zu neun Leuten ausgelegt. Teilt man den Mietpreis auf, sind die Unterkünfte in der Regel nicht teurer oder sogar weit günstiger als ein westliches Hotel. Und der große Bonus: du lebst für ein paar Tage in Japan wie die Einheimischen.

Kann ich eine Wohnung mieten, wenn ich kein Japanisch spreche? – Ja. Bei AirBnB solltest du unbedingt darauf achten, dass dein Host angibt, auch Englisch zu können. Bei Japan Experience steht dir ein ortsansässiger Travel Angel zur Seite, der Englisch spricht und dir bei allen Fragen weiterhilft.

Echtes Zuhause-Feeling: meine Küche im Ferienhaus in Japan.
Echtes Zuhause-Feeling: meine Küche im Ferienhaus in Japan.

Und wenn ich keine Lust habe, selbst zu kochen? – Kein Problem. In japanischen Städten ist der nächste Convenience Store (konbini) normalerweise nicht weit entfernt. Und wer einmal die Luft des konbini-Lebens geschnuppert hat, kommt nicht mehr leicht davon weg. Es gibt dort rund um die Uhr fertige Mahlzeiten, Snacks, Getränken, Drogerieartikel und andere wichtige Gegenstände des alltäglichen Lebens zu kaufen.

Muss ich unbedingt auf einem futon auf dem Boden schlafen? – Nein. Auch hier gilt es wieder die Beschreibung des Angebots genau zu lesen. Bei meinen beiden Unterkünften von Japan Experience hatte ich jeweils die Wahl, es gab sowohl futon als auch westliche Betten.

In meinem „machiya“-Stadthaus in Kyōto von Japan Experience hatte ich die Wahl zwischen einem Doppelbett und einer Futon-Matratze am Boden.
In meinem machiya-Stadthaus in Kyōto von Japan Experience hatte ich die Wahl zwischen einem Doppelbett und einer Futon-Matratze am Boden.

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Wie ist es bei dir: bevorzugst du bei Reisen lieber Hotels oder buchst du gerne Ferienwohnungen? Kannst du dir vorstellen, bei deiner Japanreise für ein paar Tage wie die Einheimischen zu leben? Erzähl mir von deinen Reiseplänen.


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Kategorien Reisen

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Meine Japanreisen 2019: im Mai war ich zweieinhalb Wochen an der San-in Küste, im November auf Shikoku. What's next?

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