Kyotos traditionelles Vergnügungsvietrel Gion

10 Tagesausflüge von Ōsaka (oder Kyōto) aus

Ōsaka und Kyōto gehören zu den Pflichtstops bei jeder Japan-Best of-Reise. Dabei könnten sie kaum unterschiedlicher sein: Kyōto ist eine alte Kaiserstadt, inklusive Palast, traditionellen Häusern, Geisha-Distrikt und jeder Menge wundervoller Schreine und Tempel. Ōsaka hingegen ist eine durch und durch moderne Metropole, in der das Leben Tag und Nacht pulsiert und die einen sofort mitreißt mit seinem Strudel aus bunten Leuchtreklamen und kulinarischen Verlockungen. Beide Städte bieten jeweils selbst tagelang Programm, es gibt dort unendlich viel zu entdecken. Gleichzeitig bieten sie sich auch ideal als Startpunkt für diverse spannende Tagesausflüge an. Da es eine der häufigsten Fragen an mich ist, welche Tagesausflüge man von Ōsaka aus unternehmen kann (und diese genauso als Tagesausflüge von Kyōto aus funktionieren), stelle ich heute zehn mögliche Ausflugsziele vor.

Die angegebene Fahrzeit ist immer von Shin-Ōsaka aus berechnet und bevorzugt Verbindungen mit JR. Die Fahrzeit mit Shinkansen geht davon aus, dass du einen Japan Rail Pass besitzt, und berücksichtigt die schnellstmögliche Verbindung ohne die drei schnellsten Shinkansen einzubeziehen, da du sie mit dem Rail Pass nicht benutzen darfst.

Ein Display für Zugverbindungen nach Nara
Ein Display für Zugverbindungen nach Nara

1. Kyōto/Ōsaka

Ōsaka und Kyōto liegen je nach Zugverbindung nur 15 bis 30 Zugminuten von einander entfernt. Innerhalb einer Viertelstunde wechselt man von einer Welt in eine völlig andere.
Obwohl ich aufgrund des völlig unterschiedlichen Charakters dieser beiden Städte empfehlen würde, in beiden ein paar Tage zu übernachten, ist es rein logistisch überhaupt kein Problem, in einer der beiden sein Lager aufzuschlagen und die andere in Tagesausflügen zu erkunden.

Eine sich bewegende Krabbe bewirbt ein Restaurant in Ōsaka
Eine sich bewegende Krabbe bewirbt ein Restaurant in Ōsaka

Highlights in Ōsaka:

  • Sumiyoshi Taisha Schrein
  • Shitenno-ji Tempel
Der Shittenoji Tempel in Osaka liegt mitten in der Stadt
Der Shittenoji Tempel in Ōsaka liegt mitten in der Stadt.
  • Umeda Sky Building
  • Namba Yasaka Schrein
  • Dotonbori (am besten abends)
Schnappschuss von mir unter den Toren des Fushimi Inari Schreins in Kyōto.
Schnappschuss von mir unter den Toren des Fushimi Inari Schreins in Kyōto.

Highlights in Kyōto:

  • Kyomizu-dera Tempel und TBD Schrein (UNESCO Weltkulturerbe)
  • Gion (Vergnügungsviertel)
  • Kinkaku-ji (Goldener Pavillon)
Muss man auf einer Japanreise einfach mal gesehen haben: Das goldene Pavillion (Kinkaku-ji) in Kyōto
Muss man auf einer Japanreise einfach mal gesehen haben: das goldene Pavillon (Kinkaku-ji) in Kyōto.
  • Ni-jō Burg
  • Fushimi Inari Schrein
Fahrzeit mit Shinkansen: ca. 15 Minuten
Fahrzeit ohne Shinkansen: ca. 30 Minuten

Der Todaiji Tempel in Nara ist eines der größten Holzgebäude der Welt und beherbergt eine gigantische Bhudda-Statue.
Der Todai-ji Tempel in Nara ist eines der größten Holzgebäude der Welt und beherbergt eine gigantische Bhudda-Statue.

2. Nara

Ein weiterer Pflichtstop auf jeder Japanreise ist die alte Kaiserstadt Nara. Die ehemalige Hauptstadt und zugleich religiöses Zentrum bietet sich ideal als Tagesausflug von Ōsaka oder Kyōto aus an. Eine ganze Ansammlung an heiligen Städten sowohl des Buddhismus als auch Shintoismus können hier erkundet werden, während man zahme Hirsche und Rehe im Park füttert.

In Nara tummeln sich die Rehe um den Futter-Cracker-Stand.
In Nara tummeln sich die Rehe um den Futter-Cracker-Stand.

Highlights in Nara:

  • Großer Buddha im Todai-ji Tempel  (UNESCO Weltkulturerbe)
  • Horyu-ji Tempel  (UNESCO Weltkulturerbe)
  • Kasuga Taisha Schrein  (UNESCO Weltkulturerbe)
  • Rehe im Nara-Park
Fahrzeit mit Shinkansen: keine Verbindung
Fahrzeit ohne Shinkansen: ca. 60 Minuten

Mit seinem wunderschönen Garten ist der Tenryu-ji Tempel in Arashiyama UNESCO Weltkulturerbe
Mit seinem wunderschönen Garten ist der Tenryu-ji Tempel in Arashiyama UNESCO Weltkulturerbe

3. Arashiyama

Arashiyama ist nur eine kurze Zugfahrt von Kyōto entfernt und ein immer beliebteres Ziel für einen Tagesausflug. Denn dort befindet sich der berühmte Bambuswald, in dem jeder Japanreisende gerne ein Erinnerungsfoto von sich möchte. Arashiyama hat aber noch weitaus mehr zu bieten und man kann dort einen wunderbaren Tag verbringen.

Spaßfoto aus dem Arashiyama Bambuswald
Spaßfoto aus dem Arashiyama Bambuswald.

Highlights in Arashiyama:

  • Bambuswald
  • Togetsukyo Brücke
  • Tenryu-ji Tempel (UNESCO Weltkulturerbe)
Der Nonomiya Schrein in Arashiyama ist der Sonnengöttin Amaterasu gewidmet
Der Nonomiya Schrein in Arashiyama ist der Sonnengöttin Amaterasu gewidmet.
  • Nonomiya Schrein
  • Iwatayama Affenpark
Fahrzeit mit Shinkansen: ca. 35 Minuten
Fahrzeit ohne Shinkansen: ca. 45 Minuten

Das Daimon-Tor auf dem Kōya-san mit Herbstlaub
Das Daimon-Tor auf dem Kōya-san mit Herbstlaub.

4. Kōya-san

Südlich von Ōsaka in der Präfektur Wakayama befindet sich ein heiliger Berg (eigentlich eine ganze Gruppe), der sich zu einem Zentrum der buddhistischen Shingon-Strömung entwickelt hat. Diverse Tempel und wahrscheinlich Japans schönster Friedhof können gut an einem Tag erlaufen werde. Wer es noch abenteuerlicher mag, übernachtet zusätzlich eine Nacht im Tempel bei den Mönchen.

Figuren und Grabmäler auf dem Okunoin Friedhof auf dem Koya-san.
Figuren und Grabmäler auf dem Okunoin Friedhof auf dem Kōya-san.

Highlights auf dem Kōya-san (UNESCO Weltkulturerbe):

  • Daimon Tor
  • Danjō-garan Tempelanlage
  • Okuno-in (Friedhof mit Ruhestätte des berühmten Mönchs Kobo Daishi, auch als Kukai bekannt)
Fahrzeit mit Shinkansen: keine Verbindung
Fahrzeit ohne Shinkansen: ca. 105 Minuten

Das Zeil einer Wanderung im Minō-Park: der Minō-Wasserfall
Das Ziel einer Wanderung im Minō-Park: der Minō-Wasserfall.

5. Minō Park

Ōsaka hat sein eigenes Naherholungsgebiet direkt vor der Haustür. In nur einer halben Stunde vom Hauptbahnhof aus erreicht man den Minō-Quasi-Nationalpark, in dem man ganz entspannt zu einem Wasserfall wandern kann. Unterwegs gibt es diverse Tempel und Schreine zu besichtigen. Ein Highlight im Herbst: die Shops entlang der Straße verkaufen in Tempura-Teig frittierte Ahornblätter. Lecker!

Eine Spezialität im Minō-Park: in Tempurateig frittierte Ahornblätter
Eine Spezialität im Minō-Park: in Tempura-Teig frittierte Ahornblätter.

Highlights im Minō-Quasi-Nationalpark:

  • Ryuan-ji Tempel
  • Minō Wasserfall
  • Insektarium
Fahrzeit mit Shinkansen: keine Verbindung
Fahrzeit ohne Shinkansen: ca. 25 Minuten (von Umeda aus)

6. Kobe

Nur einen Steinwurf von Ōsaka entfernt liegt die Stadt Kobe, die im Januar 1995 von einem Erdbeben der Stärke 7,3 schwer gebeutelt wurde. Von den Schäden ist knapp 25 Jahre später kaum noch etwas sichtbar. Die wenigen Stellen sind aber sehenswert, um einen Eindruck davon zu bekommen, welche Naturgewalten bei so einem starken Beben wirken.

Der Kobe Tower und das Maritime Museum, dessen Dachkonstruktion an das Segel eines Schiffes erinnert.
Der Kobe Tower und das Maritime Museum, dessen Dachkonstruktion an das Segel eines Schiffes erinnert.

Highlights in Kobe:

  • westliche Häuser
  • Hafenbereich
  • Chinatown
  • Shin-Kobe Seilbahn, die einen auf den Berg Rokoko bringt (toller Aussichtspunkt bei Dunkelheit)
Fahrzeit mit Shinkansen: ca. 12 Minuten
Fahrzeit ohne Shinkansen: ca. 30 Minuten

7. Himeji

Ein weiteres Highlight einer Japan-Best of-Tour: die weiße Burg von Himeji. UNESCO Weltkulturerbe und Kulisse für diverse Filme ist dieses weiße Samurai-Schloss eines der schönsten in ganz Japan.

Japans schönste Burg und UNESCO Weltkulturerbe: Himeji.
Japans schönste Burg und UNESCO Weltkulturerbe: Himeji.

Highlights in Himeji:

  • Burg  (UNESCO Weltkulturerbe)
  • Koko-en (japanischer Garten)
  • Engyo-ji Tempel auf dem Berg Shosha
Fahrzeit mit Shinkansen: ca. 30 Minuten
Fahrzeit ohne Shinkansen: ca. 70 Minuten

Aufgeregte Möwen am Ufer des Biwa Sees.
Aufgeregte Möwen am Ufer des Biwa Sees.

8. Biwa-See

Der Biwa-ko ist Japans größter See und ein schönes Ausflugsziel zu jeder Jahreszeit. Sowohl am West- wie am Ost-Ufer befinden sich mehrere sehenswerte Städte. Meine Empfehlung ist Hikone am westlichen Ufer mit seiner schönen Burg und einem der niedlichsten Maskottchen in ganz Japan: Hikonyan.

Ein
Ein „Nationaler Schatz“ (National Treasure): die Burg von Hikone.

Highlights am Biwa-See:

  • Hikone
  • Nagahama
  • Miho Museum
  • Omi Hachiman
  • Shirahige Schrein
Fahrzeit mit Shinkansen: keine Verbindung
Fahrzeit ohne Shinkansen: ca. 75 Minuten (nach Hikone)

9. Okayama/Kurashiki

Während Okayama sich für Japaner zwar als „mitten im Nirgendwo“ anfühlt (einer dieser vielen „kleinen“ Shinkansen-Stops zwischen Ōsaka und Hiroshima), hat die Stadt jedes Jahr dennoch hohe Besucherzahlen zu verzeichnen, da sie gleich mit zwei Besonderheiten lockt: einer der wenigen schwarzen Burgen Japans und an deren Fuß einen der drei schönsten japanischen Gärten des Landes. Der Ausflug nach Okayama lässt sich auch gut mit einem halben Tag in Kurashiki verbinden, dass sich mit seiner schönen Altstadt rund um einen Kanal die letzten Jahre zum absoluten Geheimtipp in den Reiseführern mausert.

Der Korakuen Garten In Okayama mit schwarzer Burg im Hintergrund
Der Koraku-en Garten In Okayama mit schwarzer Burg im Hintergrund

Highlights in Okayama:

  • Schwarze Burg
  • Koraku-en (japanischer Garten)
Daruma-Figuren in allen Größen am Achi Schrein in Kurashiki, Japan.
Daruma-Figuren in allen Größen am Achi Schrein in Kurashiki, Japan.

Highlights in Kurashiki:

  • Kanaldistrikt
Fahrzeit mit Shinkansen: ca. 45 Minuten
Fahrzeit ohne Shinkansen: ca. 150 Minuten

Blick vom Hiroshima Peace Park auf den A-Bomb Dome im Hintergrund.
Blick vom Hiroshima Peace Park auf den A-Bomb-Dome im Hintergrund.

10. Hiroshima

Hiroshima hat als erste Stadt dieser Welt, auf die eine Atombombe abgeworfen wurde, traurige Berühmtheit erlangt. Seitdem sind knapp 75 Jahre vergangen und die Stadt hat sich zu einem Ort mit ganz besonderem Flair entwickelt. Eigentlich würde ich empfehlen, dort ein paar Nächte zu verbringen und unbedingt auch der heiligen Insel Miyajima einen Besuch abzustatten. Doch falls es aus Gründen nötig ist, kann man auch einen Tagesausflug von Ōsaka oder Kyōto aus nach Hiroshima einplanen.

Trauriges Mahnmal: der A-Bomb-Dome in Hiroshima
Trauriges Mahnmal: der A-Bomb-Dome in Hiroshima

Highlights in Hiroshima:

  • Peace Memorial Park mit dem A-Bomb Dome und Museum
  • Burg Hiroshima
  • Shukkei-en (japanischer Garten)
Fahrzeit mit Shinkansen: ca. 85 Minuten
Fahrzeit ohne Shinkansen: ca. 375 Minuten

Wie du siehst, kann man von Ōsaka aus beziehungsweise von Kyōto aus viele tolle Tagesausflüge unternehmen, ohne dass man in jeder dieser Städte übernachten muss. Vor allem ein Japan Rail Pass ist an dieser Stelle super praktisch, weil er das Fahren mit dem Shinkansen-Schnellzug ermöglicht. So werden auch weite Verbindungen wie Ōsaka–Hiroshima zu einem Katzensprung.

Ich hoffe der Artikel hilft dir dabei, Ideen zu finden für gute Tagesausflüge von Ōsaka aus und die Planung für deine Japanreise zu erleichtern. Wie immer freue ich mich über Ergänzungen und deine Erlebnisberichte, nachdem du einen der Tagesausflüge ausprobiert hast.

Kategorien Reisen

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Momentan bewerbe ich mich als Volunteer für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020. Im Mai war ich zweieinhalb Wochen an der San-in Küste. Nächstes Ziel: Shikoku.

2 Kommentare zu “10 Tagesausflüge von Ōsaka (oder Kyōto) aus

  1. Wow super Tipps Elisa 😊👍
    Danke dir dafür 🙏
    VLG
    Lakis

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