Eine Straße mit Kirschbäumen im Frühling in Tōkyō. (Foto: Agathe Marty auf Unsplash https://unsplash.com/photos/2cdvYh6ULCs)

5 Gründe, im April nach Japan zu reisen

April, Hauptreisezeit für Japan. Zurecht, gibt es doch kaum etwas Schöneres, als Japan zur Kirschblüte zu erleben. Ein Picknick unter den rosafarbenen Bäumen – ein Traum. Doch auch, wenn die sakura-Season der Hauptgrund für eine Japanreise im April ist, gibt es viele Weitere, die den vierten Monat zur besten Reisezeit für Japan machen. Heute stelle ich dir fünf Gründe vor, deine Japanreise auf April zu legen: von hanami bis Penis-Festival.

Die Kirschblüte im Park der Burg Okazaki
Die Kirschblüte im Park der Burg Okazaki

1. Kirschblüte

Ende März und Anfang April hüllt sich Japan in Rosa und Weiß, ein stetiges Schneetreiben an Kirschblütenblättern, ein ganzes Land verzückt im Ausnahmezustand.

Das Blühen der sakura-Bäume ist der häufigste Grund, im April nach Japan zu reisen. Es ist Hauptreisezeit und entsprechend voll und teurer als normal. Dennoch ist die Kirschblüte in Japan zu erleben unvergleichlich.

Neben vielen Fotos schießen und Festival-Food schlemmen ist eine Sache unabdingbar: du musst ein hanami 花見 machen. Dafür braucht es leckeres Essen, Getränke und eine blaue Plane als Picknickdecke. Am besten bist du in netter Gesellschaft, doch bei ausgelassener Stimmung unter blühenden Kirschbäumen fällt es auch nicht schwer, neue Kontakte zu knüpfen. 

Egal wie hübsch die Kirschblüte ist, Hanami geht nicht ohne häßliche, blaue Plastikplanen.
Egal wie hübsch die Kirschblüte ist, Hanami geht nicht ohne häßliche, blaue Plastikplanen.

Nützliche Links zur Planung einer Reise während der Kirschblüte in Japan:

2. Besuche ein Baseballspiel

Was für Deutschland Fußball, ist für die Japaner Baseball. Der Nationalsport Nummer 1, den bereits viele japanische Kinder in der Schule beginnen.


Wenn du mehr darüber erfahren willst, warum Baseball in Japan so beliebt geworden ist, empfehle ich dir die Folge „Take me Out to the Shiai“ des englischsprachigen „History of Japan“ Podcasts. Die Story ist der Stoff, aus dem Kinofilme gemacht werden: History of Japan Podcast – Episode 13


In zwei Profiligen spielen zwischen März und Oktober insgesamt zwölf große Clubs, die Spiele finden in Stadien in großen Städten wie Tōkyō, Ōsaka, Nagoya und Hiroshima statt. Es ist ein einmaliges Erlebnis mit den Einheimischen ihr Team anzufeuern.

Im Nagoya Dome besuchte ich ein Baseballspiel der Chunichi Dragons.
Im Nagoya Dome besuchte ich ein Baseballspiel der Chunichi Dragons.

Tickets kosten zwischen 3.000 und 10.000 Yen und können am einfachsten am Spieltag vor Ort gekauft werden. Wenn du sichergehen möchtest, dass die Tickets nicht ausverkauft sind, kannst du auch vorab über einen Service wie Voyagin buchen und die Tickets an dein Hotel liefern lassen oder im nächsten 7-Eleven-Convenience Store abholen.

3. Chichibu Shibazakura Festival

Ein Naturschauspiel der besonderen Art findet jedes Jahr im April im Hitsujiyama Park in Chichibu statt, etwas 2h von Tōkyō aus entfernt. Abertausende Phlox, auch bekannt als Flammenblumen, überziehen das Parkgelände mit diversen Pink- und Lilatönen. 

Das Shibazakura Festival im Hitsujiyama Park in Chichibu findet jedes Jahr im April statt und taucht alles in Pink. (Foto: Raita Futo auf Flickr https://www.flickr.com/photos/raita/34838033043)
Das Shibazakura Festival im Hitsujiyama Park in Chichibu findet jedes Jahr im April statt und taucht alles in Pink. (Foto: Raita Futo auf Flickr)

Auf Japanisch heißen die Blumen shibazakura 芝桜, daher der Name Chichibu Shibazakura Festival. Obwohl der Park das restliche Jahr über keinen Eintritt kostet, musst du zur shibazakura-Zeit 300 Yen bezahlen.

4. Tateyama-Kurobe-Alpine-Route

Ein weiteres Naturspektakel, das man eigentlich im Winter vermuten würde, ist die Möglichkeit im April den Tateyama Schneekorridor zu besuchen. Dieser ist Teil der sehenswerten Tateyama-Kurobe-Alpine-Route durch die nördlichen, japanischen Alpen. Unterwegs besteht die Möglichkeit diverse Fortbewegungsmittel wie Zug, Seilbahn, Bus und Kabelbahn zu verwenden.

Bis zu 20 Meter in die Höhe türmen sich jedes Jahr die Schneemassen entlang der Tateyama-Kurobe-Alpine-Route jedes Jahr im Winter und Frühling. (Foto: Ankur P auf Flickr https://www.flickr.com/photos/ankurp/36488017776)
Bis zu 20 Meter in die Höhe türmen sich jedes Jahr die Schneemassen entlang der Tateyama-Kurobe-Alpine-Route jedes Jahr im Winter und Frühling. (Foto: Ankur P auf Flickr)

Von Dezember bis Mitte April ist ein Teil der Route witterungsbedingt komplett geschlossen. Erst danach kann man zu Fuß oder per Bus den Schneekorridor erkunden. Bis zu 20 Meter türmen sich die Schneemassen rechts und links der Straße in die Höhe.

5. Schreinfeste

Im April finden in Japan zwei ganz besondere Schreinfeste statt: das Kanamara Matsuri in Kawasaki und das Frühlingsfest in Takayama.

Kanamara Matsuri

Das Kanamara Matsuri (かなまら祭 „Fest des stählernen Penis“) am Kanyama-Schrein in Kawasaki bei Tōkyō geht international immer wieder als Penis-Festival durch die Medien. Kein Wunder, bei diesem verrückten Fest gibt es Phallussymbole, so weit das Auge reicht. Von großen pinken Penissen geschmückt mit shimenawa, die durch die Straßen getragen werden, bis hin zu diversen Süßigkeiten in Form der primären männlichen Geschlechtsteile.

Beim Kanamara "Stahlpenis" Festival wird ein pinker Phallus durch die Straßen getragen. (Foto: Takanori auf Flickr https://www.flickr.com/photos/eokatak/3413632307)
Beim Kanamara „Stahlpenis“ Festival wird ein pinker Phallus durch die Straßen getragen. (Foto: Takanori auf Flickr)

Takayama Frühlingsfest

Takayama ist eine Stadt in den japanischen Alpen, die sich in den letzten Jahren immer mehr Beliebtheit bei westlichen Touristen erfreut. Besonders lohnt sich der Besuch Mitte April zum Frühlingsfest. Herzstück des Festivals sind prächtig geschmückte Festwagen, die mit Laternen beleuchtet werden.

Website des Festivals: Takayama-Frühlingsfestival | HIDA TAKAYAMA

Das Highlight bei Takayama Frühlingsfest sind die prächtig geschmückten und mit Papierlaternen beleuchteten Festwagen. (Foto: Paul Robinson auf Flickr https://www.flickr.com/photos/paulrobinson/5763159335)
Das Highlight bei Takayama Frühlingsfest sind die prächtig geschmückten und mit Papierlaternen beleuchteten Festwagen. (Foto: Paul Robinson auf Flickr)

Warst du schon mal im April in Japan? Was hat dir besonders gut gefallen und kannst du weiter empfehlen?

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Kategorien Reisen
Elisa

Über

Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Meine Japanreisen 2019: im Mai war ich zweieinhalb Wochen an der San-in Küste, im November auf Shikoku. What's next?

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2 Kommentare zu “5 Gründe, im April nach Japan zu reisen

  1. Hallo,

    mein Name ist Tom (Thomas). Nachdem ich mich vor ein paar Jahren (ca. 8-10) Aufgrund zweier jap. Kampfkünste für Japan zu interessieren begann, kam ich auf die Internetseite von Nipponinsider. Dadurch auch auf die verchiedenen Blöcke und auch Japanliebe.
    Nachdem ich gelesen habe, dass Sie auch aus dem südlichen Raum sind, dachte ich jetzt kann ich auch mal einen Komentar hinterlassen.
    Ich bin letztes Jahr im April das erste Mal nach Japan geflogen, alleine und ohne große und bedeutende Sprachkenntnisse, englisch war eh noch nie meins.
    Natürlich wollte ich nicht nach Tokyo oder zu anderen großen Städten, und auch kein Hotel.
    Im laufe der Planung hab ich dann ein ca. 150 Jahre altes Haus entdeckt, in der Stadt Nabari mit ca. 78000 Ew(Mie Präfektur).
    Auch in meinem Alter war ich etwas nervös und aufgeregt, wie es wird. Mit vielen kleinen Hürden und Umwegen habe ich die Unterkunft gefunden, leider war ich nur sieben Tage dorten. ABER, nächstes Jahr (wenn die Erde sich wieder beruhigt hat) will ich wieder genau dahin im April, dann allerdings länger.
    Der April ist für mich auch in Deutschland eine schöne Zeit, in Japan war es dann noch schöner und ein Traum. Natürlich habe ich auch die Kirschblüten betrachtet, auch kleine Bambuswälder und war überwiegend zu Fuß unterwegs und es wird unvergesslich bleiben.
    Das Wetter war angenehm, nicht zu warm und auch mal Regen dabei, die Luft angenehm frisch und sauber, und es war stiller als hier in Deutschland.
    Um es einfach zu sagen, für mich war die Reise im April einzigartig und was Besonderes.

    Es gibt sicherlich noch vieles dazu zu sagen, aber das würde den Rahmen sprengen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Tom

    • Lieber Tom, das klingt nach unglaublich tollen Erfahrungen, die du in Japan letztes Jahr sammeln konntest. Ich drück dir fest die Daumen, dass du bald wieder hin kannst.
      Alles Liebe, Elisa

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