Heute stelle ich dir fünf Gründe vor, warum es sich lohnt, deine Japanreise für August zu planen. Was die Temperaturen angeht, ist der August nicht die beste Reisezeit für Japan. Denn es wird heiß. Wenn dir das nicht liegt, solltest du dich für einen anderen Monat für deinen Japanurlaub entscheiden. Allerdings sind im August auch besonders viele tolle Feste. Obendrein hast du die Möglichkeit, den Fuji zu besteigen. Und vielleicht hast du ja Lust, selbst einmal Kimono zu tragen?
Hier kommen meine fünf Gründe für Japan im August:
1. o-bon – das Fest der Ahnen

Das buddhistische Fest o-bon お盆 Mitte August nimmt im japanischen Jahreskreislauf eine ähnlich wichtige Rolle ein wie Neujahr. Man fährt nach Hause zur Familie, kommt zusammen und gedenkt den Ahnen.
Wann und wie o-bon genau gefeiert wird, ist von Region zu Region unterschiedlich. Die häufigsten Feierlichkeiten finden jedoch um den 15. August statt und beinhalten besondere Spezialitäten, Tänze und Papierlaternen.
Du musst nicht Gast in einer japanischen Familie zu sein, um an o-bon teilhaben zu können. An vielen Orten finden große matsuri statt (siehe awa-odori bei 5.), die eher Volksfesten ähneln und auch Touristen die Möglichkeit geben, mit den Einheimischen zu feiern.
Besodners spektakulär: in Kyōto werden am 16. August als Höhepunkt von o-bon auf fünf Bergen um die Stadt Feuer in Form von riesigen Bildern und Schriftzeichen entzündet. Das Fest nennt sich „Geleitfeuer der Fünf Berge“ gozan no okuribi 五山送り火, ist aber weitläufig als daimonji 大文字 bekannt.
2. Feuerwerke + Fujibesteigung

Der Sommer ist in Japan die Zeit der großen Feuerwerke. Teils stundenlang kannst du Zeuge werden, wie handgemachte Sprengkörper den Nachthimmel in ein farbenfrohes Spektakel verwandeln.
Auch hast du den ganzen Monat über die Möglichkeit Japans heiligen Berg – den Fuji – zu besteigen.
Mehr zu Feuerwerken in Japan und zur Fujibesteigung kannst du in meinem Artikel zum Juli lesen.
3. Gedenkfeiern in Hiroshima und Nagasaki

Bereits 75 Jahre liegen die Atombombenabwürfe auf die beiden japanischen Großstädte Hiroshima und Nagasaki zurück. Gräßlich der Gedanke an das, was geschehen ist. Umso wichtiger, dass es nicht in Vergessenheit gerät.
Beide Städte lege ich dir grundlegend für eine Japanreise ans Herz. Bist du im August in Japan, solltest du dir die Gedenkfeiern auf keinen Fall entgehen lassen. Es ist bewegend zu sehen, wie die Japaner mit der Erinnerung umgehen. Vor allem in Hiroshima sind die unzähligen bunten Papierlaternen auf dem Fluss vor dem genbaku Dome ein zugleich wunderschöner wie auch ergreifender Anblick.
Hiroshima Friedenszeremonie im Friedenspark: 6. August 8:00–8:50
Hiroshima Friedens-Laternen-Zeremonie: 6. August, abends
Nagasaki Friedenszeremonie im Friedenspark: 9. August
Mehr Info: Tourismusverband Hiroshima (englisch), Tourismusverband Nagasaki (englisch)
4. yukata tragen

Die traditionelle japanische Sommerkleidung ist der yukata 浴衣 (wörtl. „Badekleidung“), eine leicht-luftige Variante des kimono aus Baumwolle. Im Alltag wird er kaum noch getragen, begegnet dir aber in klassischen Gasthäusern (ryōkan 旅館) und auf den unzähligen Sommerfestivals in Japan.
Zu diesem Zweck gibt es viele yukata-Verleihe, die auch dir als Tourist die Möglichkeit geben, einen Tag in den Inbegriff des japanischen Sommers zu schlüpfen. Übrigens werden yukata von Frauen wie Männern getragen.
5. Feste in Japan im August
In den Sommermonaten finden unzählige Feste in Japan statt. Besonders berühmt sind drei matsuri Nebuta-Fest, Kanto-Fest und Sendai-Tanabata-Fest, die gemeinsam als die Tohoku Sandai matsuri bekannt sind. Zwei davon stelle ich dir heute vor. Obendrein ein o-bon Tanzfest, das sich besonderer Beliebtheit in Japan erfreut: das awa-odori-Fest in Tokushima.
Kanto-Fest von Akita

Anfang August wird in Akita mit dem Kanto-Fest um eine gute Ernte der fünf in der Region angebauten Getreidesorten und Hülsenfrüchte gebeten: Weizen, Reis, Bohnen, Kolbenhirse und Borstenhirse.
Um böse Geister zu vertreiben, tragen junge Männer zu beschwingter Musik an Bambusstangen jeweils 46 Papierlaternen. Spektakulär und nicht ungefährlich, da die Laternen wie traditionell üblich mit Kerzen beleuchtet werden.
Mehr Info: Kanto-Fest
Nebuta-Fest in Aomori

Vom 2.–7. August wird jedes Jahr in Aomori gefeiert. Über 3 Millionen Zuschauer zieht das matsuri an. Bei den nebuta ねぶた handelt es sich um kunstvolle, riesengroße Pappmaché-Figuren, die beleuchtet und durch die Stadt getragen werden. Eines der sehenswertesten Feste im Jahr von ganz Japan.
Mehr Info: Nebuta-Fest
awa-odori in Tokushima

Besuchst du die Stadt Tokushima egal wann im Jahr, entkommst du dem awa-odori 阿波おどりnicht. Kanaldeckel, Fotos, Statuen und sogar ein eigenes Museum. Tokushima ist stolz auf den awa-odori.
Es handelt sich um einen Tanz, der jedes Jahr im August zu den o-bon-Feierlichkeiten in der Stadt aufgeführt wird. Das besondere daran ist, dass die Zuschauer zum Mitmachen animiert werden. Dadurch entstehen zu den professionellen Tanzgruppen zusätzlich spontane Laiengruppen, zu denen jeder hinzustoßen kann, egal welche Kleidung er oder sie gerade trägt.
Mehr Info: awa-odori-Fest
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