Auch in der Regenzeit kann man in Japan tolle Tage verbringen. Vor allem, wenn der Iris so schön blüht wie hier in Okazaki.

5 Gründe, im Juni nach Japan zu reisen

Heute stelle ich dir fünf Gründe vor, warum es sich lohnt, deine Japanreise auf Juni zu legen. Es sind sowohl einzigartige Naturschauspiele wie Glühwürmchen und die Hortensienblüte dabei als auch einige besondere Feste. Reis pflanzen mitten in der Stadt, Yukata tragen und sich rammende Festwagen? Ja, der Juni ist ein spannender Monat in Japan.

Dabei gibt es einen triftigen Grund, warum dir vom Juni als Zeitpunkt für deine Japanreise abgeraten wird: es ist Regenzeit. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es durchgehend regnet.  Du musst dich nur entsprechend anziehen, den Wetterbericht im Auge behalten und ein wenig flexibel sein. In den großen Städten ist es schwül, dort ist aber auch die Auswahl an Indoor-Aktivitäten groß. Du kannst Museen erkunden und nach Herzenslust shoppen.

Ein Vorteil: im Juni liegen keine staatlichen Feiertage und die Japaner selbst sind wenig auf Reisen. Das macht sich auch mit günstigeren Preisen und Angeboten bemerkbar. Mit meinen Tipps machst du auch die Regenzeit selbst zum Highlight und genießt sie mit ihren Eigenheiten. Alternativ tourst du durch Hokkaidō oder fliegst runter nach Okinawa und verbringst deinen Japanurlaub dort, ganz ohne Regenzeit.

1. Regenzeit

Ja, es ist Regenzeit in Japan. Nicht unbedingt die ideale Zeit, um nach Japan zu reisen, aber wie immer kann man das Beste daraus machen und all das genießen, was diese Zeit mit sich bringt.

Elegante oder verrückte oder knallbunte Regenschirme zum Beispiel. Das ist nicht nur so dahin gesagt. Ich habe schon zwei Mal Regenschirme aus Japan mitgebracht. Einmal einen besonders hübschen, der wie ein klassischer Bambusschirm aussieht und erst bei Kontakt mit Wasser seine ganze Schönheit offenbart. Dann zeichnen sich auf dem wasserabweisenden Material nämlich plötzlich überall Kirschblüten ab.

Eine teru teru bōzu Puppe soll für den nächsten Tag gutes Wetter garantieren.
Eine teru teru bōzu Puppe soll für den nächsten Tag gutes Wetter garantieren. (Foto: Monica Kaneko auf Flickr)

Wenn du die Augen aufhältst, kannst du vielleicht irgendwo eine teru teru bõzu 照る照る坊主 Puppe entdecken. Sie werden aus weißem Stoff oder Taschentüchern und einer Kordel gemacht und sehen aus wie kleine, weiße Geister. Die Japaner hängen sie ins Fenster oder an die Dachtraufe und versuchen so, gutes Wetter für den darauffolgenden Tag herauf zu beschwören.

Um die Regenzeit attraktiver zu machen, gibt es an vielen Orten besondere Events. Zum Beispiel den „Umbrella Sky“ in Karuizawa oder den Metsa Umbrella Sky Forest. Bei beiden Events werden unzählige bunte Regenschirme installiert, unter denen man spazieren gehen und natürlich schöne Fotos schießen kann.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

2. Hortensien- und Irisblüte

Ein weiterer Vorteil der Regenzeit: es ist das perfekte Wetter für Hortensien. ajisai アジサイ紫陽花 heißen sie auf Japanisch und die Japaner lieben die ajisai-Saison. Ähnlich wie bei Pflaumen, Kirschen und Azaleen werden sie in großen Mengen angepflanzt und gebührend gefeiert, sobald sie blühen.

Beliebte Orte, um Hortensien zu sehen, sind in Tōkyō der Hakusan Schrein, Kisoyumi-Garten, der Asukayama und Sumida Park, in Kamakura der Hase-dera Tempel und Meigetsuin Tempel (der auch Asaji Tempel genannt wird) und in Uji bei Kyōto der Mumoroto-ji Tempel (an dem im Mai so herrlich die Azaleen blühen).

Hortensien schaut man sich in Tōkyō am besten im Kiyosumi-Garten an.
Hortensien schaut man sich in Tōkyō am besten im Kiyosumi-Garten an. (Foto: kurotango auf Flickr)

Geheimtipp: In Gamagori befindet sich der Ajisai-no-Sato Park, der nur im Juni zur Hortensienblüte öffnet. Gamagori wirst du in keinem Reiseführer finden, ist aber ein toller Tagesausflug von Nagoya aus. Die Stadt am Meer ist nur einen Katzensprung von meiner ehemaligen Sprachschule entfernt und ich besuche den Ort immer wieder gerne.

Wie auch schon im Mai blühen auch im Juni nach wie vor Iris. Sie sind nicht so groß, prächtig und auffällig wie andere Blüten, aber dennoch wunderschön.

Iris blühen in Japan in diversen Weiß-, Lila- und Gelbtönen im Mai und Juni.
Iris blühen in Japan in diversen Weiß-, Lila- und Gelbtönen im Mai und Juni.

In Tōkyō findest du zum Beispiel am Meiji Schrein einen Iris-Garten.

3. Glühwürmchen

Der Juni ist in Japan Glühwürmchen-Monat. Während es bei uns die leuchtenden Insekten kaum noch gibt, wird in Japan vielerorts darauf geachtet, dass es gute Lebensbedingungen für die Tiere gibt. (Die Kehrseite der Medaille sind Städte, die nur für diese Zeit Insekten an den Flüssen aussetzen, die sich dann dort nicht halten können)

In lauen Juninächten werden dann Festivals abgehalten, bei denen man Wassermelonen isst und das romantische Treiben der Glühwürmchen beobachtet.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Ein paar Orte, an denen du Glühwürmchen in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kannst sind der Motosu Hotaru Park in der Präfektur Gifu, der Kushiro Shitsugen Nationalpark auf Hokkaidō und der Uchio Schrein in der Präfektur Hyōgo.

4. Hokkaidō und Okinawa

Japan erstreckt sich über mehrere Klimazonen. Für den Juni bedeutet dies, dass man der Regenzeit entkommen kann.

Hokkaidō ist bekannt für seine Lavendelblüte, die Ende Juni beginnt.
Hokkaidō ist bekannt für seine Lavendelblüte, die Ende Juni beginnt. (Foto: raita auf Flickr)

Hokkaidō ist die nördlichste Hauptinsel und hat durch die klimatischen Bedingungen dort gar keine Regenzeit. Die Durschnittstemperaturen liegen um die 20 Grad Celsius (perfekt zum Wandern), Ende des Monats beginnt die Lavendelblüte und es finden mehrere turbulente Feste statt.

Eines davon ist das Yosakoi Soran Festival in Sapporo Anfang Juni, bei dem sich tausende Tanzgruppen einfinden, die auf Bühnen ihre Talente zur Schau bieten und in Paraden durch die Straßen ziehen.

Website des Festivals: YOSAKOIソーラン祭りって

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Ebenfalls beliebt ist das Hokkaidō Schrein Festival, bei dem über Tausend Leute in Gewändern der Heian-Periode einen Festzug machen. Dabei werden mehrere prachtvolle Göttersänften mikoshi 神輿 herumgetragen.

Website des Festivals: HOKKAIDO JINGU (Hokkaido Shrine) Web Site

Okinawa sind Japans tropische Inseln im Süden. Die Regenzeit beginnt hier früher und endet damit auch um Mitte Juni. Schnorcheln, Kayak fahren, lecker essen und die Kultur des alten Ryūkyū-Königreichs entdecken bei Temperaturen zwischen 24 und 29 Grad Celsius. Klingt für mich perfekt.

5. Feste

Im Juni finden viele unterscheidliche Feste in ganz Japan statt. Drei sind dabei besonders interessant.

Tonami Yotaka Matsuri in Toyama

Das Tonami Yotaka Festical in Toyama ist auch als Kenka Matsuri bekannt – das Kampf-Festival. Hier werden große Wagen mit bunten Papierlaternen geschmückt. Dann kämpfen die Wagen, indem sie sich gegenseitig rammen. Ein bisschen gefährlich? Ja, aber definitiv spektakulär.

Website des Festivals: Tonami Yotaka Matsuri

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Otaue Reispflanzer-Fest in Ōsaka

Am 14. Juni findet das Otaue Matsuri am Sumiyoshi Taisha Schrein in Ōsaka statt. In traditionellen Gewändern werden Reispflanzen gesetzt und die Samen gesegnet. Und das mitten in einer Großstadt.

Mehr Info: Reispflanzerfest von Otaue

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Yukata Festival in Himeji

Rund um den Osakabe Schrein in Himeji findet vom 22. bis 24. Juni ein Fest statt, bei dem sich alles um den japanischen Sommerkimono dreht: den Yukata. Es gibt leckeres Essen, Modeschauen und natürlich jede Menge Yukata zu bewundern. Du kannst dir auch selbst einen leihen und wie die Japaner im traditionellen Baumwollkimono an den vielen Ständen vorbei flanieren.

Mehr Info Himeji-Yukata-Festival


Warst du schon mal im Juni in Japan? Was hat dir besonders gut gefallen und kannst du weiter empfehlen?

Für später pinnen
 
Kategorien Reisen
Elisa

Über

Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Meine Japanreisen 2019: im Mai war ich zweieinhalb Wochen an der San-in Küste, im November auf Shikoku. What's next?

Das könnte dich auch interessieren:

0 Kommentare zu “5 Gründe, im Juni nach Japan zu reisen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.