5 Gründe, im November nach Japan zu reisen

November ist der beste Monat für deine Japanreise, wenn du satt leuchtendes Herbstlaub erleben möchtest. Viele Orte auf der Hauptinsel, die zur klassischen Golden Route zwischen Tōkyō und Hiroshima zählen, schmücken sich mit roten Ahorn- und strahlend gelben Ginkobäumen. Für Naturfreunde und kulturell Interessierte ist der November für einen Japanurlaub einfach perfekt.

Von sehenswerten Naturschauspielen bis hin zu wundervollen Festen und Feiertagen. Hier kommen meine fünf Gründe für Japan im November:

1. Herbstlaub

Wunderschön gefärbter japanischer Ahorn "Momiji" auf dem Weg zum Jigokudani Snow Monkey Park.
Wunderschön gefärbter japanischer Ahorn „Momiji“ auf dem Weg zum Jigokudani Snow Monkey Park.

Im September beginnt die Laubfärbung zunächst hoch oben im Norden auf Hokkaidō, im Oktober zeigen sich dann die ersten bunten Blätter auch auf den anderen Hauptinseln, aber so richtig in den Genuss von Japans wundervollem Herbstlaub kommst du am besten im November.

Egal, ob du eine Städtereise geplant hast oder auch Tagesausflüge aufs Land oder in die Berge auf deinem Japanreiseplan stehen, Japan zeigt sich in diesem Monat von seiner schönsten Seite. In Tōkyō gibt es viele traditionelle Gärten und Schreine mit Ginko-Alleen, die nun besonders sehenswert sind. Kyōto steht Herbstlaub generell sehr gut, aber auch mit entsprechend vielen Touristen solltest du rechnen. Rund um die großen Städte gibt es unzählige Spots, zu denen sich ein Daytrip lohnt. Nikkō, Hakone, Kawaguchiko oder auch der Koya-san. Du hast die Qual der Wahl, kannst aber auch kaum etwas verkehrt machen. Der Herbst in Japan ist einfach bezaubernd.

2. Wandern

Vor allem im Herbst, wenn Japans Herbstlaub leuchtet, ist es im Iya-Tal besonders schön.
Vor allem im Herbst, wenn Japans Herbstlaub leuchtet, ist es im Iya-Tal besonders schön.

Im November hat es in Japan eine Durchschnittstemperatur von etwa 17 Grad Celsius. Die Luft ist klar, die Taifun-Saison vorbei und die Sonne scheint circa 5 Stunden am Tag. Ideales Wanderwetter also.

In den japanischen Alpen droht bereits der erste Schneefall, sie sind nicht mehr zum Wandern in Japan geeignet. Stattdessen bieten sich die traditionellen Pilgerrouten und Handelswege an. Die Kumano Kodō Pilgerwege durch die Wälder der Präfektur Wakayama zum Beispiel oder Teile der 88-Tempel-Wallfahrt auf Shikoku.

Pilger in Hiwasa am Yakuō-ji – Tempel Nr. 23 der 88-Tempel-Wallfahrt auf Shikoku.
Pilger in Hiwasa am Yakuō-ji – Tempel Nr. 23 der 88-Tempel-Wallfahrt auf Shikoku.

Teilstrecken des Nakasendo Handelswegs mit seinen alten Poststädten sind zu dieser Zeit besonders pit­to­resk. Auch Tōkyōs Hausberg, der Takao-san, bietet Trails mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

3. shichi go san

Eine ema Wunschtafel zum shichi go san Fest.
Eine ema Wunschtafel zum shichi go san Fest.

Hinter shichi go san 七五三 („Sieben-fünf-drei“) verbirgt sich ein Übergangsritus für japanische Kinder. Rund um den 15. November besuchen Familien mit ihren drei-, fünf- und siebenjährigen Kinder den lokalen Schrein, um für Glück und Gesundheit der Kinder zu bitten. Diese werden dazu in festliche Kimono gekleidet, die oft eigens für diesen Tag ausgeliehen werden. Man schießt Bilder mit der Familie und die Kinder erhalten am Schrein Tüten mit kleinen Geschenken.

Das ist kein Fest, bei dem du selbst teilnehmen kannst, aber es ist toll zu dieser Zeit in Japan zu sein und die bezaubernden Familien in ihren Kimono zu sehen, die meist auch die Erwachsenen tragen, um fein herausgeputzt zu sein. Wenn du die Augen offenhältst, entdeckst du auch oft spezielle ema Votivtafeln genau für diesen Anlass.

4. Chrysanthemen

Im November findet jedes Jahr am Meiji Schrein in Tōkyō eine chrysanthemen-Schau statt. Hier sieht man die kaiserliche Blume mal ganz anders.
Im November findet jedes Jahr am Meiji Schrein in Tōkyō eine chrysanthemen-Schau statt. Hier sieht man die kaiserliche Blume mal ganz anders.

Chrysanthemen haben in Japan eine ganz besondere Bedeutung. Sie sind die Nationalblume und stilistisch mit 16 Blättern repräsentiert sie das nationale und kaiserliche Siegel Japans dar. Nicht umsonst spricht man gern vom Chrysanthementhron. Sie ist als Symbol auf dem japanischen Reisepass abgedruckt und begegnet dir häufig an Schreinen, die eng mit dem Kaiserhaus verknüpft sind.

In Tōkyō ist das zum Beispiel der Meiji-jingū, wo du auch in den Genuss der tatsächlichen Blüten kommst. Bei uns als Herbst- oder Winteraster bekannt und eher als Friedhofspflanze zu Allerheiligen verortet, steht sie in Japan für ein langes Leben und ziert sogar die 50-Yen-Münze. Allein in und um Tōkyō gibt es diverse Spots, an denen Chrysanthemen-Schauen stattfinden.

5. Feste in Japan im November

Hakone Daimyo Gyoretsu

Während Japans Feudalzeit waren die Fürsten dazu verpflichtet, jedes zweit Jahr ihrer Herrschaft im damaligen Edo (heute Tōkyo) zu verbringen. Der Umzug des Haushalts und das Erhalten zweier Amtssitze belastete die Daimyo finanziell stark, wodurch der Shogun besser Kontrolle über sie hatte und kein Geld für eine etwaige Rebellion vorhanden war. So ein Umzug vom Landsitz der Feudallords in die Hauptstadt und wieder zurück war ein großes Spektakel.

Dieses darf jedes Jahr am 3. November, dem Tag der Kultur und einem Feiertag in Japan, in Hakone wieder aufleben. 170 kostümierte ziehen als Samurai, Prinzessinnen und mehr durch die Straßen und legen dabei eine mehrere Kilometer lange Strecke zurück.

Mehr Info: Hakone Daimyo Gyoretsu

Tori no Ichi in Tōkyō

Bunt, laut, lebendig wird es in Tōkyō zur Tori no ichi Messe, bei der Geschäftsleute isch mit glücksbringern fürs nächste Jahr eindecken. (Foto: Yoshikazu Takada auf Flickr https://flic.kr/p/7f92ch CC BY 2.0)
Bunt, laut, lebendig wird es in Tōkyō zur Tori no ichi Messe, bei der Geschäftsleute isch mit glücksbringern fürs nächste Jahr eindecken. (Foto: Yoshikazu Takada auf Flickr CC BY 2.0)

An zwei bis drei Tagen im November findet an mehreren Schreinen in Tōkyō das Tori no ichi Fest statt. Die Veranstaltungstage richten sich nach dem alten chinesischen Kalender und fallen immer auf den Tag des Hahns.

An diesen Tagen wird es lebhaft, fröhlich, bunt und laut. Neben leckerem Festival-Food verkaufen spezielle Händler an Ständen prachtvoll geschmückte Bambusrechen, die Geschäftsleuten Glück für Ihre Firma im nächsten Jahr bescheren sollen. Die bunten Glücksbringer nennen sich kumade 熊手 und Kosten je nach Größe bis hin zu mehrere Tausend Euro.

Nach dem Kauf wird eine besondere Klatschzeremonie mit viel Rhythmus und Spaß abgehalten, was das Ganze zu einer laut-fröhlichen Veranstaltung macht.

Folgendes Video gibt dir einen tollen Einblick in dieses besondere, japanische Volksfest.

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Mehr Info: Tori no Ichi

Karatsu Kunchi in Karatsu

Beim Karatsu Kunchi Festival in Hikiyama werden riesige Festwagen in Form von Tieren und Sagengestalten zum Strand gezogen. (Foto: MC MasterChef auf Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/Karatsu_Kunchi#/media/File:Hikiyama.jpg CC BY-SA 2.5)
Beim Karatsu Kunchi Festival in Hikiyama werden riesige Festwagen in Form von Tieren und Sagengestalten zum Strand gezogen. (Foto: MC MasterChef auf Wikimedia Commons CC BY-SA 2.5)

Spektakuläre Feste können die Japaner. So auch im Ort Karatsu in der Präfektur Saga auf der südlichsten Hauptinsel Kyūshū. Dort wird als eine Art Erntedankfest ein matsuri veranstaltet, an dem riesige Festwägen in Form von Tieren und Sagengestalten, hikiyama genannt, durch die Straßen und letztendlich an den Strand gezogen werden.

ein Traum für Instagrammer: das Saga Balloon Festival. (Foto: zaimoku_woodpile auf flickr https://flic.kr/p/hbF5QP CC BY 2.0)
ein Traum für Instagrammer: das Saga Balloon Festival. (Foto: zaimoku_woodpile auf flickr CC BY 2.0)

Zeitgleich findet das Internationalen Ballonfest Saga statt.

Mehr Info: Karatsu Kunchi


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Kategorien Reisen
Elisa

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Meine Japanreisen 2019: im Mai war ich zweieinhalb Wochen an der San-in Küste, im November auf Shikoku. What's next?

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