Gamagoris heilige Insel mit fünf Schreinen in der Abenddämmerung.

Japan-Adventskalender: 5. Dezember – Aichi

Für die Präfektur Aichi könnte ich dich mitnehmen in die Präfekturhauptstadt Nagoya, eine von Japans größten Städten. Oder aber nach Okazaki, der Geburtsstadt von Tokugawa Ieyasu, in der ich neun Monate gelebt habe. Stattdessen habe ich mich aber für Gamagori entschieden, ein echter Geheimtipp. Heute packe ich wirklich mein Insiderwissen aus ;)

Gamagori – eine Insel mit Schreinen und ein spektakuläres Matsuri

Gamagori ist eine kleine Stadt (ähem, ca. 80.000 Einwohner) am Meer, etwa eine Dreiviertel-Zugstunde von Nagoya entfernt. Hätte ich nicht ums Eck gewohnt, hätte ich das Kleinod wahrscheinlich nie entdeckt. Dabei ist es einer meiner Lieblingsorte in Japan geworden, und ein magischer ist es noch dazu.

Eine kleine Insel vor der Küste, durch eine Brücke mit dem Festland verbunden zieht die Besucher an. Möwen und Seeadler kreisen über einem während man den Übergang in eine kleine heilige Welt macht markiert durch ein steinernes torii am Eingang der Insel. Dahinter befinden sich dann auf dem winzigen Eiland ganze fünf Shintō-Schreine. Bedruckte Fahnen flattern im Wind, manchmal hört man Gesang und Glockenläuten von einer Zeremonie, Kinder jagen umher und sammeln an den einzelnen Kultstätten Stempel.

Es dauert nicht lang, die Insel einmal zu umrunden. Am besten setzt man sich zwischendurch ans Wasser und sieht den Vögeln und Fischen zu. Besonders bei Sonnenuntergang wird alles in herrlich goldenes Licht getaucht.

Beim Miya Matsuri in Gamagori werden mehrere Gottessänften durchs Meer gezogen.
Beim Miya Matsuri in Gamagori werden mehrere Gottessänften durchs Meer gezogen.

Vor allem lohnt sich der Besuch Ende Oktober, wenn ein Spektakel der spektakulären Art stattfindet (a spectacular spectacular!): das Miya Matsuri.
Bei diesem Schreinfest werden mehrere omikoshi, tragbare Schreine, in denen sich Gottheiten befinden, durchs Meer gezogen.

Japankarte: Die Präfektur Aichi.
Japankarte: Die Präfektur Aichi.

Warum nun aber magisch? Weil ich hier zum einen das erste Mal einen „leeren“ Schrein betreten habe, dessen Gottheit gerade in einem omikoshi transportiert wurde und ich schwöre es fühlte sich anders an als sonst. Und weil wir einst eine Freundin hier einen Liebes-Talisman kaufte und schenkte, der just, nachdem ich mit meinem neuen Freund zusammengekommen war, kaputt ging. Er hatte wohl seinen Dienst erfüllt ;)

Warst du schon in Gamagori? Wie hat es dir gefallen? Hast du Ausflugsvorschläge für die Präfektur Aichi?

Dieser Artikel ist Teil einer Adventsaktion mit einem Einblick in 24 japanische Präfekturen. Eine Übersicht über alle Adventskalenderbeiträge findest du hier.

Kategorien Reisen

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Momentan bewerbe ich mich als Volunteer für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020. Die nächste Reise ist für 2019 geplant.

3 Kommentare zu “Japan-Adventskalender: 5. Dezember – Aichi

  1. Liebe Elisa,

    ich bin schon lange eine stille aber treue Leserin deines Blogs, aber dieser Artikel hat mich jetzt endlich mal zum Kommentieren verleitet ;). Nach Gamagori haben meine Gasteltern mich mal mitgenommen, als ich vier Wochen in Okazaki (ich denke an derselben Sprachschule wie du ;) ) verbracht habe. Die Insel war wirklich ganz bezaubernd <3 Ich sollte da unbedingt nochmal hin, aber das gilt für soooo viele Orte in Japan…

    Viele Grüße,
    Sandy

    P.S: Die Idee mit dem Adventskalender finde ich super!

    • Liebe Sandy, ich freue mich so über deinen Kommentar. Ich hatte nicht erwartet, dass jemand Gamagori kennt. Und noch dazu warst du auch bei Yamasa? Wie toll. Wann warst du dort? Als ich die Schule letztes Jahr wieder besuchte, hatte sich nach acht Jahren ganz schön viel verändert.

      • Ich war im Sommer 2012 bei Yamasa, leider nur für drei Wochen (mehr hat das Studentenbudget damals nicht hergegeben). Aber es war eine tolle Erfahrung und das Leben bei einer Gastfamilie hat den Vorteil, dass man solche eher unbekannten Orte wie Gamagori kennenlernt. Okazaki würde ich auch gerne mal wiedersehen, aber nächstes Jahr geht es erstmal nach Kyushu, da freu ich mich auch schon wie ein Schnitzel drauf ^^

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