Abenddämmerung in der Stadt Okazaki.

Bild der Woche: Abenddämmerung in der Stadt

Es ist eines dieses Bilder, das in meinen ersten Tagen in Japan entstanden ist, damals 2009, als ich mit staunenden Augen durch dieses neue, unbekannte und doch so vertraute Land stolperte und mich nicht satt sehen konnte an…einfach allem (nicht das sich daran etwas geändert hätte).

Es ist nur ein Schnappschuss, ein paar Hundert Meter von meiner Wohnung entfernt entstanden: Okazaki bei Abenddämmerung. Doch mal wieder ist es ein Foto, das so in jeder japanischen Stadt hätte geschossen werden können, denn auch hier liegt das typisch Japanische in jedem Detail.

Den japanischen Himmel zieren Stromkabel

Zunächst stechen einem die vielen vielen Stromleitungen ins Auge, die den japanischen Himmel durchziehen wie futuristische Spinnennetze. Sie prägen das Bild, egal wo man sich im Lieblingsland befindet. Wo Zivilisation ist, da spannen sich die dunklen Fäden über den Straßen. Ich erinnere mich genau an die Reaktionen, als ich die ersten Bilder nach Hause schickte: Überall Stromkabel! Warum sind da überall Stromkabel?

Die Antwort kenne ich nicht, meine Theorie aber ist, dass überirdisch verlegte Leitungen bei Schäden durch Erdbeben und Sturm leichter zu reparieren sind. Wenn jemand genaueres darüber weiß, gebt wie immer Bescheid :)

Autos wie Schuhschachteln

Dann sind da all die Autos, deren Modelle man so bei uns zu 90% nicht kennt, weil sie auf die Gegebenheiten in Japan angepasst sind: kompakt, sparsam im Verbrauch, in vielen Fällen pastellfarben für die weibliche Zielgruppe.
Wie erstaunt war ich damals in eine Welt zu kommen, in der fast alle Autos so völlig anders aussahen. Ist man innerhalb Europas unterwegs begegnen einem die immer selben Marken, höchstens in veränderlichen Marktanteilen in den den einzelnen Ländern. Aber dass man plötzlich von lauter fahrenden Schuhschachteln umgeben ist…ein kurioses Gefühl.

Viele Erinnerungen in einem Bild

Links im Bild seht ihr einen Technikladen mit „Computerklinik“ und auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Kette für Businesskleidung (Youfuku no Aoyama), die einem im ganzen Land begegnet, oft schon von weitem erkennbar durch den markanten Turm mit dem immer selben Schild.

Links davon, etwas kleiner im Hintergrund ein Tsutaya, wo ich mit großen Augen DVDs für gerade mal 1 € auslieh…für 10 Tage (!). Rechts die McDonalds-Filiale, in der ich wahrscheinlich meinen ersten Teriyaki-Burger hatte und mir der junge Mann, in den ich während meiner Zeit in Japan verliebt war, mitteilte, dass er meine Gefühle nicht erwiderte. Und einen Burger und Pommes in sich hinein schaufelte und mich dann fragend ansah, warum ich denn überhaupt keinen Hunger habe. (Heute kann ich da herzlich darüber lachen.)

Was waren die ersten markanten Details, die dir an deinen ersten Tagen in Japan aufgefallen sind? Ich freue mich wie immer, wenn du einen Kommentar da lässt.

Kategorien Alltägliches

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Momentan bewerbe ich mich als Volunteer für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020. Die nächste Reise ist für 2019 geplant.

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