Ein Zug der Yamanote line fährt ein.

Die Yamanote Line – Tōkyōs Hauptschlagader

Die Yamanote Line ist eine von Japan Railways (JR) betriebene Ringlinie in Tōkyō, welche viele der wichtigsten Stationen und Sehenswürdigkeiten der Stadt miteinander verbindet. Eine Umrundung aller 30 Stationen dauert circa eine Stunde. Züge fahren dabei in beide Richtungen alle zwei bis vier Minuten. Außerhalb der Rush Hour ist sie für Touristen, die sich auf einer Japanreise befinden, ein gutes Transportmittel und ihre Stationen ideale Ausgangspunkt, um die Millionenmetropole zu erkunden. 

Die Yamanote Line – Ausgangspunkt für deine Tōkyōreise

Das Bahnnetz von Tōkyō ist auf den ersten Blick undurchschaubar. Ein guter Ausgangspunkt ist immer die Yamanote-Ringlinie im Zentrum. (Foto: Jeremy Bezanger auf Unsplash https://unsplash.com/photos/_WGCWsaxu5Y)
Das Bahnnetz von Tōkyō ist auf den ersten Blick undurchschaubar. Ein guter Ausgangspunkt ist immer die Yamanote-Ringlinie im Zentrum. (Foto: Jeremy Bezanger auf Unsplash)

Der Plan für den öffentlichen Nahverkehr in Tōkyō ist schlichtweg einschüchternd. Unzählige Linien diverser Verkehrsmittel ziehen sich durch die Stadt, kreuzen sich, zweigen ab. Allein der Bahnhof Shinjuku hat 200 (!) Ausgänge. Überforderung, hallo!

Mein Tipp: orientiere dich an der Yamanote Line. Sie zieht sich kreisförmig (okay, eher eiförmig) durch die Stadt. Die Viertel, von denen schon einmal gehört hast – Shibuya, Akihabara, Harajuku, Shinjuku – sie liegen alle entlang der Yamanote-Ringbahn.

Da die Züge in beide Richtungen fahren, bist du an jeder Station auf der Linie in maximal einer halben Stunde. Deshalb lässt sich damit grundlegend eine der häufigsten Fragen in Bezug auf eine Reise in Japans Hauptstadt beantworten: wo in Tōkyō soll ich mir ein Hotel suchen? Die einfache Antwort: an einer beliebigen Station der Yamanote Line ist erst mal nicht verkehrt. (Ich persönlich bleibe gerne in Ueno oder Akihabara.)

Auch praktisch: die Benutzung der Yamanote Line ist im Japan Rail Pass enthalten.

Die Kennzeichen der Yamanote Line: Grasgrün und eingängige Melodien

Die Züge der Yamanote Line erkennt man immer sofort an ihrer markanten grünen Farbe. (Foto: Laurentiu Morariu auf Unsplash https://unsplash.com/photos/t8GxbpCGEM8)
Die Züge der Yamanote Line erkennt man immer sofort an ihrer markanten grünen Farbe. (Foto: Laurentiu Morariu auf Unsplash)

Die Züge der Yamanote Line erkennst du sofort an ihrer prägnanten Farbe. Ein leuchtendes Hellgrün markiert sowohl den Weg zum richtigen Bahnsteig als auch die Bahnen selbst. Als wichtigste Verkehrsschlagader Tōkyōs haben die neusten Züge ein wegweisendes, modernes Design.

Mein persönliches Lieblingsmerkmal sind jedoch die Melodien, die an den einzelnen Stationen bei Abfahrt jedes Zugs der Yamanote Line gespielt werden. Fast jeder Bahnhof entlang der Ringlinie hat einen eigenen Jingle, manche sogar separate, je nachdem, ob die Yamanote Line im oder gegen den Uhrzeigersinn abfährt.

Sobald du einmal in Tōkyō warst, wird dir die Melodie „deiner“ Station immer im Gedächtnis bleiben. Für Hardcore Fans gibt es sogar Schlüsselanhänger in Form des Stationsschilds, welche das jeweilige Jingle abspielen können.

Alte und neue Bahnhöfe

Der Bahnhof "Tōkyō". Allein 1000 Bahnmitarbeiter arbeiten nur an dieser einen Station.
Der Bahnhof “Tōkyō”. Allein 1000 Bahnmitarbeiter arbeiten nur an dieser einen Station.

Viele der Bahnhöfe entlang der Yamanote Line sind gigantische Komplexe mit einer Vielzahl an Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Und dann ist da noch Harajuku – ein winziges Holzgebäude aus dem Jahr 1924 mit Fachwerkelementen und einer großen Uhr über dem Eingang. Absolut eng, stickig und unpraktisch, um dort Anzukommen? Ja. Aber auch sehr romantisch. Entsprechend groß waren die Proteste, als im März 2020 die Station umgebaut wurde und dadurch nun eine moderne Glasfassade sein eigen nennt.

Ebenfalls skeptisch reagierten die Tokioter auf den Bau einer gänzlich neuen Station anlässlich der olympischen Spiele: Takanawa Gateway. Sie reiht sich im bis dato längsten Streckenabschnitt zwischen zwei Bahnhöfen auf der Ringlinie ein…und ist gefühlt im nirgendwo. Das klingt in der Innenstadt von Tōkyō widersprüchlich, doch der Stadtteil dort befindet sich gerade in einem großen Umwälzungs- und Erneuerungsprozess. Erst in ein paar Jahren wird sich zeigen, ob der Bestandteil „Gateway“ im Namen der Station (obwohl die Mehrzahl der Befragten für nur „Takanawa“ abgestimmt hatten) sich als treffend erweisen wird.


Die Yamanote Line ist Tōkyōs stetig pulsierende Hauptschlagader. (Okay, zumindest zwischen 04:26 und 01:18)  Sie ist überlebenswichtig für Pendler und praktisch für Touristen. Mit ihren grasgrünen Waggons und einzigartigen Melodien, bleibt sie dir auch lange nach deiner Japanreise noch im Gedächtnis. Ich schwelge auf alle Fälle gerade in Erinnerungen. Und habe der Nostalgie wegen nebenher die Website yamanote.style geöffnet, die eine Fahrt einmal rund um die ganze Strecke simuliert. Inklusive aller Melodien und Stationsansagen. Ein bisschen irre, sich sowas anzuhören? Ja, aber die erfahrenen Tōkyōreisenden werden es verstehen. 😉

Quellen und weiterführende Links zum Thema „Yamanote Line“

Yamanote Style
tsunagu Japan: 13 Fun Facts About the Yamanote Line, the Beating Heart of Tokyo (engl.)
DeepJapan: Tokyo’s Yamanote Line: More Than You Ever Wanted To Know (engl.)
Wikipedia: Yamanote-Linie

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