Das Torii des Shitaya Schreins mitten im Stadtteil Ueno in Tokio.

Bild der Woche: Ein rotes Torii mitten in Tokio

In Tokios Stadtteil Ueno ist es allein schon ein Abenteuer, die Straße zu überqueren. Man verlässt das Bahnhofsgebäude uns steht vor der Entscheidung, welche der vielen Fußgängerüberführungen man nehmen möchte. Sie schlängeln und winden sich über mehrere Kreuzungen, verzweigen sich, haben Abgänge in alle Richtungen und die große Preisfrage ist: welcher ist der Richtige? Landet man im bunten Gassengewirr des Ameyoko Straßenmarktes oder macht man sich zu Fuß auf in Richtung Asakusa, der Kappabashi Straße (wo unzählige Läden spezialisiert sind auf Küchen- und Kochutensilien) und des Sky Trees?

Das Leben pulsiert. Taxis und Autos brausen an einem vorbei und alle anderen Fußgänger wirken so, als wüssten sie genau, wohin sie möchten. Und als müssten sie bald möglichst dort sein.

Doch hat man den erwähnten Weg Richtung Asakusa eingeschlagen, wird es ruhiger, je weiter man sich vom Bahnhofsgebäude entfernt. Geschäfte mit Buddhismusbedarf häufen sich und strahlen eine gewisse Ruhe aus. Hier wird nicht hektisch eingekauft. (Ein Hausaltar will schließlich überlegt ausgewählt werden.) Wirft man einen Blick in Nebenstraßen, entdeckt man kleine Einfamilienhäuser, vor denen sich Blumentöpfe mit sprießendem Grün drängen und ein Fahrrad lehnt an der Wand. Das ist Japan, wo alles auf engstem Raum koexistiert.

Dies merke ich besonders, als ich plötzlich vor einem riesigen Schreintor stehe. Das Rot leuchtet in der Sonne und lädt dazu ein, kurz abzubiegen und ein paar Minuten im dahinter liegenden Shitaya Schrein zu verweilen. Du weißt, Schreine sind meine Kraftorte. Und eine willkommene Oase, immer dort, wo man sie gerade nicht erwartet und doch gerade dringend braucht.

Kategorien Alltägliches

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Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Momentan bewerbe ich mich als Volunteer für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020. Im Mai fliege ich zwei Wochen an die San-in Küste.

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