Besonders feine Zarusoba mit Wachtelei gab es in einem Lokal auf der Kibi-Ebene.

5 Nudelgerichte, die du bei einer Japanreise probiert haben musst

Ja, Japan ist das Land der Reisbällchen und des Running Sushi, der Reiscracker und des Omuraisu, aber sie können auch verdammt gut Nudeln. Durch die Sprachbarriere und die schier unendliche Auswahl, ist es nicht so leicht zu wissen, welche Nudelsuppen und -gerichte du bei deiner ersten Japanreise probieren solltest. Deshalb stelle ich heute fünf absolute Klassiker der japanischen Nudelküche vor, die du im Japanurlaub alle einmal gegessen haben solltest.

1. Tsukemen つけ麺⁠

Tsukemen: Nudeln zum Dippen.
Tsukemen: Nudeln zum Dippen.

Los geht es mit meinem absoluten Lieblingsessen und einem Geheimtipp: Tsukemen. Während die ganze Welt von Ramen schwärmt und du als Japanfan sicherlich früher oder später mit Soba– und Udon in Berührung kommst, sind Tsukemen der wahre Star der herzhaften Nudelküche, über den aber niemand spricht. Deshalb stell dir nun vor, wie ich dich in eine dunkle Seitengasse locke, meinen braunen Trenchcoat öffne und darunter ein Wort hervorzaubere, während ich mich vorsichtig umblicke und dir andeute, leise zu sein: Tsukemen.

In Japan kennt sie jeder. Sie sind vor allem unter Männern ein beliebtes Gericht auf dem Heimweg nach dem Büro. (Ein Feuerwehmann, mit dem ich ins Gespräch gekommen war, musste mal schallend lachen und konnte es kaum glauben, als ich sagte, dies sein mein liebstes japanisches Essen.)

Bei Tsukemen handelt es sich um Ramen-Nudeln, die in eine separat servierte Soße getunkt und dann geschlürft werden. Es gibt diverse Variationen, was die Tunke angeht. Mal ist sie fast wie klare Brühe mit einer leichten Yuzu-Note, mal ist es ein Sesamdip, meistens aber eine dickflüssige, braune Stippe, die mich an deutsche Schweinebratensoße erinnert. Auch geschmacklich. Bestes Essen der Welt!

2. Ramen ラーメン⁠

Eine leckere Ramen-Nudelsuppe.
Eine leckere Ramen-Nudelsuppe.

Von Ramen hast du schon gehört, oder? Alles andere kann ich kaum glauben. Denn in den vergangenen Jahren sind sie der japanische Exportschlager, was Essen angeht. In den Großstädten dieser Welt schießen Ramen-Restaurants wie Pilze aus dem Boden, es gibt frische Ramen-Sets für zu Hause und, wenn es besonders schnell gehen muss, auch Instant-Varianten.

Touristen empfinden Ramen oft als die typischste, japanische Nudelsuppe, dabei deutet die Schreibweise im Japanischen bereits darauf hin: die üppige, oft scharfe Nudelsuppe kommt ursprünglich aus China. Sie wurde von dort in die japanische Küche übernommen und weiterentwickelt. Ihre weite Verbreitung in Japan verdankt sie der Reisknappheit in den Nachkriegsjahren. Die amerikanischen Besatzer versorgten die hungrige Bevölkerung stattdessen mit importiertem Weizen. Vor allem auf dem Imbissbuden-Markt boomte so das nahrhafte Nudelgericht. Heute gibt es über ganz Japan verteilt um die 200.000 Ramen-Restaurants.

Die Suppe wird je nach Region und Stil auf unterschiedlicher Soßenbasis zubereitet, zum Beispiel Miso, Sojasoße, Salz oder Schwein.⁠ In diese Brühe kommen die Weizennudeln und unterschiedlichste Beilagen von Fleisch und Fisch über Algen bis hin zu Ei, Gemüse und Pilzen.

3. Zarusoba ざるそば⁠

Besonders feine Zarusoba mit Wachtelei gab es in einem Lokal auf der Kibi-Ebene.
Besonders feine Zarusoba mit Wachtelei gab es in einem Lokal auf der Kibi-Ebene.

Soba sind Buchweizennudeln mit einem leicht nussigen Geschmack. Wie alle Nudeln gibt es sie in Japan als leckere Suppe, doch ich möchte dir zwei andere Varianten (siehe auch Punkt 5) ans Herz legen. Zunächst das perfekte Gericht für heiße Sommertage: Zarusoba.

An heißen Tagen bekommt man Zarusoba gerne mal mit Eiswürfeln serviert.
An heißen Tagen bekommt man Zarusoba gerne mal mit Eiswürfeln serviert.

Dahinter verbergen sich kalte Buchweizennudeln, die in einen Soßendip getunkt und geschlürft werden. Klingt ein bisschen nach Tuskemen, doch gemein haben diese beiden Gerichte nur die Art, sie dippend und schlürfend zu essen. Die Soße von Zarusoba ist wie die Nudeln kalt, sehr flüssig und besteht zu großen Teilen aus Sojasoße. An besonders warmen Tagen kommt es gut und gerne Mal vor, dass man dir die Soba sogar mit ein paar Eiswürfeln serviert.

4. Curry Udon カレーうどん⁠

Curry Udon als naturgetreue Replik im Schaukasten eines Restaurants in Okayama.
Curry Udon als naturgetreue Replik im Schaukasten eines Restaurants in Okayama.

Japanische Udon-Nudeln sind ein wunderbares Kauvergnügen. In ihrer Form erinnern diese Weizennudeln grundlegend an Spaghetti, nur dass sie viel viel dicker sind. Also, viiiiiiiiiel dicker. Wie andere Nudeln auch, gibt es sie warm in Suppen oder kalt zum Dippen, doch ganz besonders lecker sind sie als Curry Udon.

Dafür werden die Udon in japanischer Currysoße serviert. Jenes Curry, das in braunen Instantbrocken kommt, die aussehen wie Schokolade, und das nichts mehr mit indischem zu tun hat, aber eben auf ganz japanisch eigene Art phänomenal lecker ist.

Macht Curry Udon noch herzhafter: ein Topping aus gegrilltem Mochi und Käse.
Macht Curry Udon noch herzhafter: ein Topping aus gegrilltem Mochi und Käse.

Geheimtipp: Solltest du die Wahl haben, nimm als Topping oben drauf noch Mochi und Käse. Comfort Food, hallo!

5. Yakisoba 焼きそば⁠

Yakisoba in der Mache...
Yakisoba in der Mache…

Als letztes „Musst du in Japan gegessen haben“-Nudelgericht habe ich noch eine Variante der Buchweizennudeln für dich. Und zwar gebraten als Yakisoba. Diese bekommst du auch manchmal in Restaurants, am häufigsten aber begegnen sie dir an Festival-Ständen. Dort werden sie als Street Food auf großen Teppanyaki-Grillplatten zubereitet.

Neben den Nudeln und der geschmacklich einzigartigen Soße enthält dieses Essen meist Weißkohl, Fleisch und wird mit eingelegtem Ingwer und gehobelten Thunfischflocken bestreut serviert. Nur noch Stäbchen zücken und schmecken lassen.

Fertige Yakisoba-Portionen mit einem Spiegelei als Topping.
Fertige Yakisoba-Portionen mit einem Spiegelei als Topping.

Itadakimasu!

Was davon hast du schon einmal probiert? Welches Nudelgericht findest du, sollze man unbedingt bei einer Reise nach Japan gegessen haben? Lass einen Kommentar da und erzähl es mir!

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Kategorien Essen

Über

Ich bin Elisa, Japan ist meine große Liebe und hier erzähle ich davon. Meine Japanreisen 2019: im Mai war ich zweieinhalb Wochen an der San-in Küste, im November auf Shikoku. What's next?

2 Kommentare zu “5 Nudelgerichte, die du bei einer Japanreise probiert haben musst

  1. Liebe Elisa,
    jetzt habe ich endlich mal Zeit Dir auf Deinen wunderbaren „japanliebe“ blog zu antworten. Die heutigen Empfehlungen für die 5 Gerichte, welche man unbedingt bei einer Japanreise gegessen haben sollte, sind ganz in meinem Sinne, wobei in der derzeitigen Situation man sich ja auch die Genüsse selber zubereiten kann, wenn man die Zutaten entsprechend im Japangeschäft erstanden hat und ein wenig ich an die Zubereitung wagt. Ich habe in den letzten ca. 5-6 Jahren eine ganz Reihe japanischer Gerichte ausprobiert und diese auf meinen food blog veröffentlicht: olafs-gourmet-notizen.de In den letzten 30 Jahren war ich 4 mal auch in Japan und habe ein wenig das Land, aber noch viel mehr von den Leuten, der Esskultur und vielen anderen typisch japanischen Dingen kennengelernt. Ich würde ja zu gerne mal wieder nach Japan fahren, was aber derzeit ja wohl recht schwierig ist. Gruß Olaf
    PS Dein blog ist wunderbar und sehr kenntnisreich, was ich sehr schätze.

    • Lieber Olaf, leider ist es aktuell sogar unmöglich nach Japan zu reisen. Aber die Pandemie wird rumgehen und dann können wir wieder hin. :)
      Bis dahin hole natürlich auch ich mir die japanische Küche durch einige der genannten Gerichte nach Hause. Aber meine geliebten Tsukemen, für die die Soßa am besten einen Tag lang im Topf schmort und zieht…das schmeckt einfach nur in Japan so, wie ich es liebe :D
      Es freut mich, dass dir mein Blog Spaß macht.
      Alles Liebe, Elisa

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