Der Fujisan Shimomiya Omuro Sengen-Schrein in Fujiyoshida hat gleich mehrere farbenfrohe Pilgersiegel im Angebot.

goshuin – alles, was du zum Sammeln japanischer Pilgerstempel wissen musst

Als ganz besondere Erinnerung an deine Japanreise kannst du an Schreinen und Tempeln sogenannte goshuin – Pilgerstempel – sammeln. Diese gelten als Nachweis für deinen Besuch an der heiligen Stätte und haben traditionell einen religiösen Aspekt. Doch in Japan wird in vielen Aspekten mit Religion relativ locker umgegangen und es stört sich niemand daran, dass auch du während deinem Japanurlaub goshuin sammelst, selbst wenn du dich nicht als Shintoist oder Buddhist identifizierst. Natürlich solange du dich respektvoll verhältst. Und damit du jegliche Fettnäpfchen und Fehler in Bezug auf das Thema Pilgerstempel sammeln bei deiner Reise nach Japan vermeiden kannst, werde ich dir heute alles erzählen, was du dazu wissen musst.

Mein Eintrag ins Pilgerbuch am Namba Yasaka-Schrein.
Mein Eintrag ins Pilgerbuch am Namba Yasaka-Schrein.

Was sind goshuin?

Das Wort goshuin ( 御朱印), auch go-shuin oder nur shuin, bedeutet übersetzt in etwa „ehrwürdiges zinnoberrotes Siegel“. Es handelt sich klassisch um eine Tusche-Kalligrafie in Kombination mit einem oder mehreren Stempeln, von denen der Hauptstempel immer rot ist. Dargestellt wird der Name des Schreins oder Tempels, an dem du dir das Siegel holst, das Datum und eine Floskel, die deinen Besuch dort bestätigt. Das ganze dient also als ein „ich war da“, eine Praxis, die es außerhalb Japans auch bei christlichen Wallfahrten gibt.

Zurück geht die Tradition vermutlich auf eine Bestätigung, die Gläubige erhielten, nachdem sie Sutras handschriftlich kopiert hatten. Deshalb werden goshuin gelegentlich auch nōkyōin (納経印, dt. “Stempel für die Darbringung und Kopie eines Sutras”). Daraus entstand dann der generelle Brauch, Pilgerstempel als Nachweis für einen Schrein- oder Tempelbesuch zu sammeln.

Bei gläubigen Japanern ist es Brauch, die gesammelten Pilgerstempel nach dem Tod erst am Sarg des Verstorbenen zu präsentieren und sie dann mit dem Toten zu verbrennen.

Wie sieht ein typisches goshuin aus?

Eintrag ins Pilgerbuch am Heian-jingū-Schrein in Kyōto. Das Design ist hier eher schlicht.
Eintrag ins Pilgerbuch am Heian-jingū-Schrein in Kyōto. Das Design ist hier eher schlicht.

Welche Informationen und Symbole sind nun aber im Detail auf einem goshuin zu finden? In der Mitte befindet sich immer ein großer roter Stempel mit dem Namen des Schreins oder Tempels in altertümlichen Schriftzeichen. Ebenso schreibt der Austellende hier mit Tusche den Namen der Stätte in modernen Kanji.

Links davon steht das Datum nach japanischer Zeitrechnung, bei der sich das Jahr nach den Regierungsdevisen der Kaiser richtet. So war 2019 zum Beispiel das erste Jahr Reiwa.

Rechts oben findest du einen der folgenden Begriffe: Verehrung (sūhai 崇拝), Anbetung (hōhai 奉拝), Verehrung aus der Ferne (yōhai 遥拝) oder Schrein-/Tempelbesuch (sanpai 参拝).

Die zusätzlichen Stempel dienen als Zierde und zeigen zum Beispiel im Fall einer Chrysantheme die enge Verbundenheit des Schreins mit dem japanischen Kaiserhaus.

Sonderfall: Es kann vorkommen, dass es an einer Stelle mehrere unterschiedliche Stempel gibt. Das liegt dann daran, dass sich auf dem Gelände zusätzlich Nebentempel – und Schreine befinden, für die es gesonderte Siegel gibt. In dem Fall steht dann der jeweilige Name groß in der Mitte und der Name der Hauptstätte wandert nach links und als Resultat daraus das Datum nach rechts.

Wie werden goshuin gesammelt?

Du brauchst keinerlei besondere Vorkenntnisse oder kompliziertes Equipment, um goshuin zu sammeln. Einzig ein goshuinchō genanntes Pilgerbuch ist an den meisten Tempeln und Schreinen Voraussetzung, um ein Siegel zu erhalten. Dieses gibst du in der Regel kurz ab, ein Priester oder Helfer erstellt deinen Eintrag, du bezahlst und bedankst dich, fertig. Keine Sorge, wie das alles im Detail funktioniert, erkläre ich weiter unten noch.

Wo kann ich goshuin bekommen?

Die goshuin erhältst du überall in Japan an buddhistischen Tempeln und shintoistischen Schreinen. Die Faustregel ist: wenn der Schrein oder Tempel groß genug ist, dass er eine Verkaufsstelle für Talismane hat, bekommst du dort in der Regel auch ein goshuin.

Ich habe noch nie erlebt, dass es ein Verkaufsfenster für Devotionalien gab, aber ich keinen Eintrag ins Pilgerbuch bekommen hätte. Ganz im Gegenteil: selbst in einem unbesetzten Schrein mitten im Wald lagen fertige Siegel als Einzelblätter aus und ich konnte das Datum selbst mit einem Tuschestift eintragen und im Austausch Geld in einer kleinen Kasse zurücklassen.

Was ist ein goshuinchō? Wo kann ich ein g-shuinchō kaufen?

Um Pilgerstempel zu sammeln brauchst du ein Pilgerbuch. Dabei handelt es sich um ein Leporello, also ein Faltbuch, das du wie ein Akkordeon auseinander ziehen und alle Einträge nebeneinander sehen kannst.

Diese Bücher nennen sich goshuinchō (御朱印帳) und sie haben einen wunderschönen Einband aus Stoff mit unterschiedlichem Motiv, je nachdem, wo du das Buch kaufst. In seltenen Fällen besteht das Cover sogar aus Holz.

Das Papier ist dick und zwei-lagig, damit die Tusche und die Stempelfarbe nicht auf der Rückseite durchscheinen. Das Buch ist darauf ausgelegt, dass beide Seiten beschrieben werden.

Dieses hübsche Schreinbuch habe ich am Warei-Schrein in Uwajima auf Shikoku gekauft.
Dieses hübsche Schreinbuch habe ich am Warei-Schrein in Uwajima auf Shikoku gekauft.

Wo kannst du nun aber ein Pilgerstempelbuch kaufen? Es ist eigentlich recht einfach: normalerweise erhältst du überall dort, wo es auch goshuin-Einträge gibt, die Bücher. Das Motiv des Einbands ist an jedem Schrein und Tempel unterschiedlich.

In den letzten Jahren bekommst du Sammelbücher in Japan auch vermehrt im Schreibwarenhandel oder in Buchläden. Dort gibt es dann auch moderne oder besonders niedliche Designs, wobei auch viele Schreine und Tempel wunderschöne Bücher im Angebot haben. Theoretisch kannst du dir auch ein Buch vor deiner Reise über amazon bestellen, aber dort sind sie unverhältnismäßig teuer und du musst keine Angst haben, in Japan keins zu finden. Es gibt sie wie gesagt an jedem Schrein oder Tempel mit Verkaufsstelle.

Brauche ich für Tempel und Schreine jeweils ein eigenes Pilgerbuch?

Die Antwort auf diese Frage ist ein entschiedenes jein. 😅 Eigentlich wäre es besser zwei getrennte Bücher für die beiden Religionen zu führen (zur Erinnerung: Schreine = shintō, Tempel = Buddhismus). So hatte ich zum Beispiel schon einmal die Situation, dass ein buddhistischer Mönch dachte, ich wolle ein goshuin, ich entgegnete aber höflich nein, mein Buch sei nur zum Sammeln an shintoistischen Schreinen, woraufhin er anerkennend nickte und meinte, das sei gut so. Und ein paar wenige Tempel und Schreine nehmen es auch ganz genau und fordern zwei getrennte Bücher.

In der Praxis kommt das aber eigentlich nie vor und auch Japaner selbst trennen ihre Pilgerstempel nicht unbedingt nach Religionen. Du kannst also getrost nur ein Buch für deine Reise nach Japan verwenden.

Kann ich meine Stempel auch auf etwas anderem sammeln?

In der Regel sammelst du deine goshuin in dem dafür vorgesehenen Pilgerbuch. Andere Sammelmethoden gibt es bei manchen dezidierten Wallfahrten in Japan. So tragen viele Pilger der 88-Tempel-Wallfahrt auf Shikoku die Stempel auf ihrem Pilgergewand zur Schau. Zum Beispiel auf dem Saigoku-Pilgerweg haben Wallfahrer extra ein Buch oder sogar eine eigene Bildrolle nur für diese Pilgerreise bei sich.

Dieses Pilgersiegel am Tōkyō-dajingu-Schrein war Teil einer Sammelaktion gemeinsam mit drei anderen Schreinen, für die ich aber keine Zeit mehr hatte.
Dieses Pilgersiegel am Tōkyō-dajingu-Schrein war Teil einer Sammelaktion gemeinsam mit drei anderen Schreinen, für die ich aber keine Zeit mehr hatte.

Wie kommst du an dein goshuin?

Was ist aber der konkrete Prozess, um ein goshuin zu erhalten? Muss du etwas Bestimmtes sagen oder tun?

Wenn du an einen Schrein oder Tempel kommst, hältst du Ausschau nach diesen Schriftzeichen: 朱印所 (shuinsho, dt. „Ort der roten Siegel“), denn es gibt oftmals vom Talismanverkauf gesonderte Tresen, an denen du deinen Eintrag bekommst. An kleineren Schreinen und Tempel gibt es aber auch häufig keine Unterscheidung und du kannst dein Buch dort abgeben, wo auch Glücksbringer und Wunschtafeln verkauft werden.

In der Praxis sieht das bei dir so aus, dass du dein Buch aus der Tasche holst und damit zur Verkaufsstelle von Schrein oder Tempel gehst. Wenn du dich an etwas Japanisch heran traust, kannst du ganz simpel fragen: goshuin wa arimasu ka – gibt es ein Pilgersiegel? Dann nimmt man dort entweder dein Buch entgegen oder schüttelt den Kopf und verweist dich auf die Stelle, wo du es abgeben kannst. Ich habe noch nie erlebt, dass es gar kein goshuin gegeben hätte.

So läuft es ab:

Wenn du an der richtigen Stelle angekommen bist, können unterschiedliche Dinge passieren.

  1. Du gibst das Buch ab und ein Priester oder Helfer schreibt direkt vor deinen Augen den Eintrag. Damit die frische Tusche keine Flecken hinterlässt, wird zusätzlich ein Blatt Löschpapier mit ins Buch gelegt. Manchmal bekommst du auch Infos zum Siegel oder Schrein/Tempel dazu. Du erhältst dein Buch zurück, bedankst dich und bezahlst.
  2. Du gibst das Buch ab, an dem Schrein oder Tempel ist aber viel los und du musst eine Weile auf deinen Eintrag warten. In dem Fall erhältst du einen Chip mit einer Nummer, mit dem du dein Buch etwas später wieder abholen kannst. Das ist zum Beispiel am Kinkaku-ji in Kyōto der Fall.
  3. Es gibt mehrere Gründe, warum Schreine und Tempel keinen Eintrag direkt ins Buch machen, sondern diesen stattdessen auf einem losen Blatt Papier ausgeben. Das können hygienische Gründe sein, oft ist aber auch der Andrang bei berühmten Schreinen zu groß, als dass die Einträge in der angefragten Masse schnell genug erledigt werden könnten. Dann bekommst du entweder sofort das Blatt namens kakioki (書き置き, dt. „hinterlassene Notiz“) oder der Ausstellende trägt zuerst das tagesaktuelle Datum ein, bevor es dir ausgehändigt wird. In dem Fall musst du dein Buch gar nicht abgeben, due bekommst das Blatt direkt in die Hand.

Mein Tipp: ich habe immer Rollkleber im Rucksack dabei, den du günstig in 100-Yen-Shops wie Daiso oder Seria kaufen kannst, um das erhaltenen kakioki sofort einzukleben.

Monatlich zwei wechselnde Motive gibt es am Sakura-jingū-Schrein in Tōkyō.
Monatlich zwei wechselnde Motive gibt es am Sakura-jingū-Schrein in Tōkyō.

Welche Arten von goshuin gibt es?

Ich habe schon einige Arten an Pilgertsempeln erwähnt: es gibt den klassischen Eintrag des Schrein oder Tempels. Diesen bekommst du in der Regel immer auch oder manchmal auch ausschließlich als loses Blatt namens kakioki.

Manchmal bietet die heilige Stätte auch mehrere goshuin für Nebenschreine und -tempel an. In dem Fall kannst du auswählen, was dich am meisten anspricht. Es spricht nichts dagegen, alle zu nehmen. 😉

In den letzten Jahren hat sich das Sammeln von Pilgersiegeln zu einem regelrechten Trend in Japan entwickelt. Viele Schreine und Tempel sind auf den Zug aufgesprungen und bieten besondere goshuin an. Diese haben zum Beispiel saisonal wechselnde bunte Stempel (wie am Sakura-jingū in Tōkyō, wo du jeden Monat gleich zwei wechselnde Motive entsprechend der Jahrszeit erhalten kannst), sind auf besonderem Papier gedruckt oder werden sogar mit Lasercut-Technik filigran gestanzt.

Ein ganz besonders „go-shuin“ mit Lasercut-Stanzung und Drachenmotiv vom Toyokawa Inari.
Ein ganz besonders „goshuin“ mit Lasercut-Stanzung und Drachenmotiv vom Toyokawa Inari.

Wie viel kostet ein Eintrag ins Pilgerbuch?

Es gibt keine Standardgebühr für Pilgersiegel. Manche Schreine verlangen nichts für das goshuin oder überlassen es dir, wie viel du dafür geben möchtest. In der Regel werden jedoch für einen Eintrag 300–500 Yen fällig, also um die drei Euro.

Teurer wird es bei den bereits erwähnten fancy goshuin auf Sonderpapier oder mit Lasercut. Dann musst du mit 1.000–2.000 Yen rechnen.

Was kostet das Sammelbuch?

Für das leere goshuinchō musst du je nach Schrein und Design mit 1.000–2.000 Yen rechnen. Wenn du deine Sammlung beginnst und das Pilgerbuch mit dem Eintrag des Schreins kaufst, kommt der Preis für das Siegel obendrauf.

Das Pilgerbuch des Fujisan Shimomiya Omuro Sengen-Schrein in Fujiyoshida gibt es in mehreren Farben. Separat ist eine Schutzhülle aus Stoff mit dem gleichen Motiv erhältlich.
Das Pilgerbuch des Fujisan Shimomiya Omuro Sengen-Schrein in Fujiyoshida gibt es in mehreren Farben. Separat ist eine Schutzhülle aus Stoff mit dem gleichen Motiv erhältlich.

Gibt es spezielle Öffnungszeiten oder Tage, an denen goshuin erhältlich sind?

Schreine und Tempel sind in Japan oft rund um die Uhr betretbar. Die goshuin erhältst du aber nur zu den offiziellen Öffnungszeiten, die sich meist mit den Angaben auf Google Maps überschneiden. Im Zweifel hol dir aber bei einem Schrein- oder Tempelbesuch den Eintrag ins Pilgerbuch, bevor du dich umsiehst, da das shoinsho häufig eine halbe Stunde früher schließt als zum Beispiel der Verkaufsstand für Glücksbringer.

Du erhältst deinen Pilgerstempel auch am Wochenende.

Einige Schreine und Tempel bieten zusätzlich zum Standardeintrag auch saisonal begrenzt erhältliche Siegel an.

Etikette für den Kauf von Pilgerstempeln

Das Sammeln von Pilgerstempeln ist an sich kein Hexenwerk. Dennoch gibt es ein paar Verhaltensregeln, die du beachten solltest:

  • Sei dir bewusst, dass du dich an einer heiligen Stätte befindest und das Sammeln von goshuin für viele Japaner eine spirituelle Praxis ist. Verhalte dich entsprechend respektvoll.
  • Auch wenn du kein Japanisch sprichst, ist es nett, wenn du ein onegai shimasu als „ich bitte darum“ und arigatō gozaimasu als „danke“ fürs Abgeben beziehungsweise Entgegennehmen deines Buchs übst. Wenn dir auch das einen Knoten ind er Zunge verursacht, funktionieren ein höfliches Kopfnicken oder Verbeugen und ein Lächeln als Kommunikation :)
  • Es gilt als höflich, das Sammelbuch bereits auf der Seite aufzuschlagen, wohin du deinen nächsten Eintrag haben möchtest. Was ist der Hintergrund? Vielleicht möchtest du eine Seite frei behalten, um dort ein zuvor erworbenes loses Blatt einzukleben? Oder du lässt jede zweite Seite frei und klebst nach deiner Japanreise jeweils ein Bild vom jeweiligen Schrein oder Tempel daneben, wo du dir den Eintrag geholt hast. (Wichtig, erst nach der Reise. Sobald etwas anderes im Buch ist, das kein Pilgersiegel ist, solltest du es nicht mehr an Sammelbuch für solche verwenden.)

Das solltest du unbedingt vermeiden:

  • Die meisten Priester und Helfer mögen es nicht, fotografiert oder gefilmt zu werden, während sie den Eintrag für dich anfertigen.
  • Es gehört sich, goshuin, die du als Blatt bekommen hast, möglichst bald einzukleben und nicht als lose Papiersammlung in deinem Pilgerbuch aufzubewahren.
  • Es ist ein absolutes No-go etwas anderes in das Buch einzutragen, -kleben oder -stempeln, das kein goshuin ist. Es kann sein, dass du damit den Priester verärgerst oder dir sogar der Eintrag ins Buch verweigert wird.
  • Verwende kein normales Notizbuch an Stelle eines goshuinchō. Lass dir in dem Fall lieber ein kakioki-Blatt geben und klebe es dann zurück im Hotel in dein Reisetagebuch ein.
Ein frisch gekauftes „goshuinchō“-Pilgerbuch vom Kushida-Schrein in Fukuoka.
Ein frisch gekauftes „goshuinchō“-Pilgerbuch vom Kushida-Schrein in Fukuoka.

Was machst du, wenn du dein Pilgerbuch vergessen hast?

In dem Fall kannst du dir den Eintrag für den Schrein oder Tempel immer als loses Blatt geben lassen, das du später in dein Buch einklebst. Frag nach kakioki oder kakiokigoshuin.

Wie findest du besonders schöne Pilgersiegel?

Es gibt mittlerweile einige Schreine, die erkannt haben, wie lukrativ der Verkauf von goshuin mit besonderem Design sind. Tolle Quellen, um solche Siegel zu finden sind der Omairi Club und Jinja Memo. Auch viele Content Creator auf Instagram und TikTok teilen, welche saisonalen Siegel es gerade gibt.

Du kannst auch, sobald du in Japan angekommen bist, in einem größeren Buchladen gehen und nach den goshuin-Ecke schauen oder fragen. Es gibt mittlerweile unzählige Bücher nach Regionen aufgeteilt, die Schreine und die dazugehörigen Pilgerstempel vorstellen.

Mein Eintrag ins Pilgerbuch am Fujisan Shimomiya Omuro Sengen-Schrein in Fujiyoshida zeigte neben dem ikonischen Fuji zur Mitte des Jahres einen „chinowa“-Ring.
Mein Eintrag ins Pilgerbuch am Fujisan Shimomiya Omuro Sengen-Schrein in Fujiyoshida zeigte neben dem ikonischen Fuji zur Mitte des Jahres einen chinowa-Ring.

Gibt es eigene Pilgerrouten zum Sammeln von goshuin?

Wie oben schon einmal erwähnt, ist es oft üblich für spezielle Pilgerreisen eigene Bücher zu verwenden. Nun unternimmt man aber nicht alle Tage eine große Wallfahrt, dennoch gibt es kleine Pilgerrouten, die innerhalb eines oder weniger Tage bewerkstelligt werden können. Beispiele dafür sind Schrein-Glückstour „Tokyo Fuku Meguri“, Die Route der sieben Glücksgötter „Shichifukujin Meguri“, die gern zu Neujahr unternommen wird oder die Sasaguri-Wallfahrt auf Kyūshū.

Burgstempel und weitere Stempel

Das Sammeln von goshuin ist in Japan in. Und deshalb gibt es seit einiger Zeit nicht nur die Pilgerstempel mit religiöser Bedeutung, sondern auch ähnliche Sammelkalligrafien, die du zum Beispiel an vielen japanischen Burgen oder anderen touristischen Hotspots bekommst.

Davon abgesehen, haben Stempel in Japan eine lange Historie, weswegen es neben den goshuin an Schreinen und Tempeln auch andere Sammelstempel gibt, zum Beispiel an vielen Bahnhöfen oder Sehenswürdigkeiten. Darüber habe ich hier schon einmal geschrieben.


Hui, ich glaube, jetzt habe ich wirklich alles erzählt, was es zum Sammeln von Pilgerstempeln in Japan zu sagen gibt. Du hast eine Frage, die hier noch nicht behandelt wurde? Bitte hinterlasse einen Kommentar, damit ich diesen Guide erweitern kann. Und sonst bleibt mir nur noch, dir viel Spaß beim Sammeln zu wünschen.

Quellen und weiterführende Links

Jakyo: Goshuin: die roten Stempel der Tempel und Schreine
JapanTravel: Goshuin – Die roten Schrein und Tempel Siegel
Jinja Memo: Liste besonderer Pilgerbücher


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8 Kommentare zu “goshuin – alles, was du zum Sammeln japanischer Pilgerstempel wissen musst

  1. Hallo liebe Elisa,

    vielen Dank für den schönen Beitrag – habe das tatsächlich durch Zufall auf meiner Japanreise im Oktober letzten Jahres entdeckt und direkt umgesetzt. Drei kleine Anmerkungen hierzu, die vielleicht für andere noch hilfreich sein können:

    – mir wurde damals gesagt, es sei höflich, erst am Schrein/Tempel zu beten und dann erst zum Goshuin zu gehen
    – es wäre sicherlich noch gut zu erwähnen, dass man eigentlich IMMER in bar zahlen muss. Das kann bei mehreren Schreinen und jeweils 300-500 Yen schon mal die Bargeldkasse schmälern ;)
    – auf dem Tokyo Tower wurde ein Schrein eingerichtet und dort kann man zur Jahreszeit passende Goshuin kaufen – allerdings nur als kakioki.

    Ganz liebe Grüße!

    • Hallo Svenja,
      vielen Dank für die tollen Hinweise. Ich werden den Artikel entsprechend anpassen.

      Und klingt, als müsste ich mal wieder hoch auf den Tokyo Tower, da war ich schon ewig nicht mehr :D
      Viele Grüße
      Elisa

  2. Bernhard

    Hi Elisa, sehr schön beschrieben. Vielen Dank. LG Bernhard

  3. Annika Wio

    Hallo Elisa,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen und schönen Bericht mit den wunderbaren Fotos. Ich bin begeistert!
    Freue mich so sehr auf die 3 Wochen Japan mit Dir im Oktober und hoffe, dass wir auch Zeit finden für so eine tolle Sammlung bei den Schreinen (und auch Burgen) die wir alle besuchen werden.
    Bis dahin werden sicher noch sehr viele Fragen aufkommen. Ein Go-Shuin Sammelbuch habe ich mir bereits besorgt, allerdings bin ich grad unsicher, ob es faltbar ist oder zum blättern.

    Ich freue mich auf weitere tolle Artikel von Dir.
    Voller Vorfreude, Grüße

    Annika

    • Liebe Annika,
      ich freu mich genauso und kann dir versichern, dass meine letzte Gruppe gesammelt hat wie verrückt :D Da finden sich dieses Jahr bestimmt auch wieder ein paar Begeisterte.

      Wo hast du denn das Buch bekommen? Ich bin neugierig :D
      Viele Grüße
      Elisa

  4. Das ist so eine super schöne Idee als Erinnerung🥰 ich reise im Oktober zum ersten Mal nach Japan und das werde ich auf jeden Fall machen. Ganz liebe Grüße

    • Dann freu ich mich umso mehr, dass ich davon erzählt habe. Ganz viel Spaß beim Sammeln! :)

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