Ein Liefer-Handkarren von „Yamato Transport“ auf einer Fähre.

Kuroneko Yamato – die schwarze Lieferkatze

Ich habe sie schon überall gesehen, in den Gassen von Tōkyō wie auf einer Fähre zu einer abgelegenen Insel: die kleinen Liefer-Handkarren von „Yamato Un’yu K.K.“. Als einen der größten Transportdienstleister neben „Japan Post“ kennt die Firma im Lieblingsland jedes Kind. Vor allem durch den einprägsamen Look. Die Lieferwagen sind Türkis und das Logo zeigt eine schwarze Katze, die ein Junges im Maul trägt. Da ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass es sogar eine Verbindung zum Ghibli-Film „Kikis kleiner Lieferservice“ gibt. Und die ist wie folgt:

Der japanische Lieferservice mit der schwarzen Katze

Lieferwägen von „Yamato Transport“ erkennt man sofort am Logo mit den schwarzen Katzen.
Lieferwägen von „Yamato Transport“ erkennt man sofort am Logo mit den schwarzen Katzen.

Die Firma „Yamato Transport“ entstand bereits 1919. Erst seit den 50er Jahren entstand das prägnante Logo. Die Idee stammt von Werbematerialien des amerikanischen Umzugsunternehmen „Allied Van Lines“, bei denen eine rote, buschige Katze ihr Kleines im Maul trägt.

Für „Yamato Transport“ wurde das Bild adaptiert und das heute bekannte Logo mit der schwarzen Katze war geboren. Und ein Spitznamen für das Unternehmen, der es sogar in die Website-URL geschafft hat: kuroneko yamato („Schwarze Katze Yamato“).

Doch auch einen weiteren Begriff prägte der Transportdienstleister – „TA-Q-BIN“, gesprochen takkyubin. Er bezeichnet das firmeneigene Expresspaket. Ähnlich wie bei uns „UHU“ oder „Tempo“ hat das Wort in Japan längst ein Eigenleben entwickelt und wird gern generell stellvertretend für Pakete verwendet.

Davon ist „Yamato Un’yu K.K.“ allerdings nicht der größte Fan. „TA-Q-BIN“ soll exklusiv mit ihnen in Verbindung gebracht. Eine Ausnahme machte der Firmenchef allerdings für Studio Ghibli und den Film „Kikis kleiner Lieferservice“. Im Original heißt es nämlich majo no takkyūbin (魔女の宅急便, wortwörtlich „Das TA-Q-BIN der Hexe“). Ob es wohl geholfen hat, dass der kleinen Hexe Kiki im Film eine schwarze Katze zur Seite steht?

Für den Originaltitel von „Kikis kleiner Lieferservice“ holte sich Studio Ghibli extra eine Genehmigung von „Yamato Transport“ für die Verwendung des Worts „TA-Q-BIN“. (Foto: Studio Ghibli https://www.ghibli.jp/works/majo/)
Für den Originaltitel von „Kikis kleiner Lieferservice“ holte sich Studio Ghibli extra eine Genehmigung von „Yamato Transport“ für die Verwendung des Worts „TA-Q-BIN“. (Foto: Studio Ghibli)

Noch ein Fun Fact: Die Benachrichtigungskarten bei Abwesenheit des Empfängers haben eine Einkerbung in Katzenohr-Form, damit auch Leute mit einer Sehbehinderung sofort ertasten können, worum es sich handelt.


Wenn du bei einer Japanreise irgendwo das unverkennbare Logo mit den beiden Katzen siehst, weißt du nun ein bisschen mehr über die Hintergründe. Und „Yamato Transport“ wird dir begegnen, sie sind gar nicht aus dem japanischen Alltag wegzudenken. Wie gesagt: egal ob in der Großstadt oder auf abgelegenen Inseln.

Quellen und weiterführende Links

Wikipdeia: ヤマト運輸 (jap.)

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